Montag, 18. November 2019

Mure fordert Todesopfer in Kärnten

Die Unwetter haben am Montag in Kärnten ein erstes Todesopfer gefordert. Ein 79-jähriger Mann kam ums Leben, als sein Haus in Bad Kleinkirchheim von einer Mure getroffen wurde.

Eine Mure zerstörte dieses Wohnhaus in Bad Kleinkirchheim.
Eine Mure zerstörte dieses Wohnhaus in Bad Kleinkirchheim. - Foto: © GERT EGGENBERGER

In Bad Gastein wurde in der Nacht auf Montag eine 79-Jährige bei einem Murenabgang schwer verletzt. Was Gesamt-Österreich betrifft, war die Lage in Salzburg, Osttirol, Oberkärnten und Teilen der Steiermark weiterhin angespannt, die Lawinengefahr teils extrem hoch.

Im Kärntner Bezirk Spittal/Drau blieb in einigen Gemeinden der Zivilschutzalarm aufrecht. Die Mölltal-Bundesstraße B106 bleibt noch tagelang gesperrt, teils bleiben auch die Schulen geschlossen. Zahlreiche weitere Straßen waren ebenfalls unpassierbar, auch die Tauernautobahn A10 war am Montag zwischen Spittal/Drau und Villach in Fahrtrichtung Süden gesperrt. Auch die Tauernbahn fuhr nicht, das wird laut ÖBB auch noch einige Tage so bleiben. Teilweise herrschte Lawinenwarnstufe fünf.

Im Gurktal standen am Montagnachmittag sämtliche Feuerwehren im Hochwassereinsatz. Es gab Überschwemmungen, dazu kamen Verklausungen und kleinere Hangrutschungen. Im gesamten Gurktal kam es zu Verkehrsbehinderungen. In Bad Kleinkirchheim wurde rund um jenes Haus, das von einer Mure zerstört wurde, eine Reihe weiterer Gebäude geräumt.

In Osttirol hat sich die Lage am Montag leicht entspannt. Allerdings waren am Nachmittag noch rund 1.400 Haushalte ohne Strom. Die Wetterbesserung wurde genutzt, um mit Hubschrauberflügen Störstellen zu lokalisieren und zu beseitigen. Auch gab es weiter zahlreiche Straßensperren im Bezirk Lienz, etwa die Felbertauernstraße und die Gailtalstraße.

Entspannung herrschte auch anderswo im Land: Nach dem Lawinenabgang in der Nähe der Talstation der Stubaier Gletscherbahnen waren Montagvormittag zunächst nach wie vor Gäste und Mitarbeiter der Gletscherbahnen im hinteren Stubaital eingeschlossen. Lawinensprengungen wurden durchgeführt, Montagnachmittag waren die Räumarbeiten abgeschlossen, Gäste und Mitarbeiter konnten das Tal verlassen.

In Salzburg hat sich die Hochwassersituation und Erdrutschgefahr etwas entspannt. Allerdings waren noch einige Straßen und auch Gleise blockiert. Die inneralpine Bahnstrecke zwischen Hochfilzen und Bruck-Fusch im Pinzgau wurde um 14.00 Uhr eingleisig freigegeben. Auf der Straße nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten sind Bad Gastein und Hüttschlag im Pongau. Wieder erreichbar waren Zell am See und Saalbach im Glemmtal. Die Pinzgauer Straße B311 bleibt zwischen Schwarzach und Lend weiter gesperrt, eine Umfahrung ist über das Deutsche Ecke möglich. Das Gasteinertal ist über Zell am See und Bruck erreichbar.

apa

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