Freitag, 05. Mai 2017

Muren, Lawinen, Waldbrände: Der Naturgefahren-Report 2016 ist online

Am 5. August vergangenen Jahres sind im Passeier- und Ratschingstal 30 Bäche über die Ufer getreten. 2 Wochen später rutschten 300 Meter der Nordflanke der Kleinen Gaisl in Prags zu Tal. Diese und weitere Naturereignisse sind im "Report Naturgefahren" 2016 zusammengefasst.

Muren, Lawinen, Waldbrände: Der Naturgefahren-Report 2016 ist online.
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Muren, Lawinen, Waldbrände: Der Naturgefahren-Report 2016 ist online. - Foto: © D

Das Gebirgsland Südtirol ist aufgrund seiner geologischen und Geländegegebenheiten verschiedenen Naturgefahren unterworfen: Überschwemmungen, Murgänge, Lawinen und Waldbrände sind in der Bevölkerung bekannte Phänomene.

Weniger häufig und gefährlich, vor allem im Vergleich zu anderen Gegenden der italienischen Halbinsel, sind hierzulande seismische Phänomene. Freilich, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bebte die Erde auch in Südtirol (STOL hat berichtet).

Effiziente Strategien der Risikomilderung

Das Naturgefahrenmanagement hat in der Provinz Bozen eine lange Tradition: Die Südtiroler Bevölkerung hat im Laufe der Jahrhunderte ein effizientes System entwickelt und sich entsprechend organisiert, um Krisen zu bewältigen, indem auf eine schlanke Verwaltung, effiziente Abläufe und eine kapillare Überwachung des Territorium gesetzt wird.

Sämtliche Strategien der Risikomilderung basieren auf der Kenntnis des Territoriums und auf der Bewertung der dort auftretenden Naturgefahren: Im Jahr 2008 hat man in der Provinz Bozen mit der Erstellung der Gefahrenzonenpläne begonnen, einem wertvollen Planungsinstrument nicht nur zur Gefahrenprävention, sondern auch zur Programmierung von baulichen Maßnahmen und zur Organisation von Zivilschutzaktivitäten.

Ereignisdokumentation von großer Bedeutung

In diesem Kontext liefert die Ereignisdokumentation grundlegende Informationen für das Erkennen und das Verständnis von Naturgefahren; die Ereignisdokumentation wird in der Provinz Bozen von verschiedenen Behörden durchgeführt: die Wassergefahren und Lawinen liegen im Kompetenzbereich der Agentur für Bevölkerungsschutz, Massenbewegungen werden vom Amt für Geologie und Baustoffprüfung dokumentiert, während die Erhebung der Waldbrände Aufgabe der Abteilung Forstwirtschaft ist.

Die Aufzeichnungen und die Bewertung von Erdbeben erfolgt über eine Zusammenarbeit zwischen Agentur für Bevölkerungsschutz, Amt für Geologie und Baustoffprüfung und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien abgewickelt.

Diese Ausgabe des Naturgefahren-Report liefert einen umfassenden Überblick über die Naturereignisse zu liefern, die sich in Südtirol ereignet haben. Die Agentur für Bevölkerungsschutz, das Amt für Geologie und Baustoffprüfung und die Abteilung Forstwirtschaft haben die Daten zusammengeführt und ihre Expertise zur Verfügung gestellt, um ein Fachdokument zu erstellen, das gleichzeitig für den Leser benutzerfreundlich und leicht verständlich ist.

lpa/stol

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