„Gegen 1 Uhr nachts ist plötzlich ein Gewitter losgebrochen“, berichtet Josef Anton Ratt, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stilfs im Gespräch mit Südtirol Online.Trafoier Bach tritt über die Ufer und reißt Brücke mitSo habe eine Mure von der Ortler-Seite den Trafoier Bach gestaut. Circa fünf bis sechs Meter sei der Bach in der Folge auf beiden Seiten über die Ufer getreten: Das gesamte Gebiet um den Wallfahrtsort „Heiligen Drei Brunnen" sei deshalb überflutet und vermurt.Wallfahrtskirche Heiligen Drei Brunnen nicht in GefahrNur die Kirche selbst sei nicht beschädigt worden. „Glücklicherweise ist der Bach vermehrt auf der anderen Seiten über die Ufer getreten“, so Ratt dazu.Die Wallfahrtskirche könne jedoch bis auf weiteres nicht erreicht werden: Denn der Bach habe ebenso die Brücke, die zur Wallfahrtskirche führt, überspült und weggerissen.Mit Baggern den Bach wieder in geregelte Bahnen lenkenAm Sonntagmittag liefen deshalb die Aufräumarbeiten auf Hochtouren.Mit Baggern sind die Freiwilligen Feuerwehren Stilfs und Stilfs Zug Gomagoi sowie die Wildbachverbauung ausgerückt und haben eifrig daran gearbeitet, den Bach wieder in geregelte Bahnen zu lenken.„Auch der Zivilschutz ist verständigt worden“, berichtet der Kommandant.Sulden: Staatsstraße vermurt, doch Dorf nicht abgeschnittenDie Freiwillige Feuerwehr Sulden war am Sonntag ebenso mit den Folgen der nächtlichen Unwetter beschäftigt. Denn auch in Sulden ist von der Ortler-Seite eine Mure abgegangen.„Die Mure hat die Staatsstraße verschüttet“, erklärt Kommandant Stephan Reinstadler gegenüber STOL.Von der Außenwelt abgeschnitten sei Sulden jedoch nicht: Denn glücklicherweise gebe es noch eine zweite Zufahrtsstraße zum Dorf, die Ruhmwalder Straße. So kann der Verkehr immer noch über diese Landesstraße fließen.Mit den Räumungsarbeiten auf der Staatsstraße werde am Montagmorgen begonnen, so Reinstadler weiter.Brücke auf Spazierweg mitgerissenAuf dem Spazierweg Richtung Schaubachhütte, nahe der Seilbahn Sulden, sei ebenso eine Brücke beschädigt worden. Der Bach, der unter der Brücke hindurchfließe, habe diese wohl mitgerissen, so der Feuerwehrkommandant.Ansonsten seien in Sulden keine weiteren Unwetterschäden zu verzeichnen.Tschenglser Auen: Radweg vermurtDas Rückhaltebecken oberhalb des Dorfes dürfte in Tschengls Schlimmeres verhindert haben: Auch hier hat es in der Nacht heftige Unwetter gegeben, das Becken hat sich bis zum Rand mit Material gefüllt.Jedoch erst in den Tschenglser Auen ist der Bach ausgebrochen. Dort hat er den Radweg vermurt. Durch das Dorf ist der Bach geflossen, ohne Schäden anzurichten.stol