Donnerstag, 01. September 2016

Musikschul-Jahr eröffnet: Musik als "Grundrecht"

Mit einer pädagogischen Tagung ist am Donnerstag das neue Bildungsjahr an den deutschen und ladinischen Musikschulen in Auer eröffnet worden.

Zahlreiche Lehrpersonen, Führungskräfte und Ehrengäste nahmen an der Eröffnungstagung des Musikschuljahres teil. Foto: LPA/me
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Zahlreiche Lehrpersonen, Führungskräfte und Ehrengäste nahmen an der Eröffnungstagung des Musikschuljahres teil. Foto: LPA/me

Landesmusikschuldirektor Josef Feichter, der im November letzten Jahres die Nachfolge von Irene Vieider angetreten hat, brachte in seiner Ansprache den Wunsch nach Anerkennung, Unterstützung und Abbau der Bürokratie zum Ausdruck.

Er sprach auch das Thema der Wartelisten an den Musikschulen an. Diese seien ein Zeichen für "das Interesse der Südtiroler an Ausbildung und Weiterbildung", erklärte Feichter, brachte aber auch seine Sorge zum Ausdruck, dass es den Musikschulen nicht immer gelingt, den gewünschten Bildungsweg anzubieten. Daher, so Feichter, müssten sich die Musikschulen vermehrt auch mit privaten Anbietern zusammentun.

Ein weiteres Thema, das der Landesmusikschuldirektor anschnitt, waren die Flüchtlinge, die derzeit in unser Land kommen. "Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir sie mit unserer Kultur vertraut machen wollen, oder ob wir sie in ihrer Kultur unterstützen wollen", stellte Feichter fest und gab als Antwort: "Beides ist wohl notwendig."

"Talente in Hülle und Fülle"

Der Begabtenförderung widmete er ebenfalls einen bedeutenden Teil seiner Ansprache. "Wir haben Talente in Hülle und Fülle", berichtete Feichter und dankte besonders jenen, die sich in den Sommerwochen eingebracht haben.

Landesrat Philipp Achammer wies anhand eines Zitates darauf hin, dass das gemeinschaftliche Musizieren jungen Menschen das Erlernen von Verhaltensweisen ermögliche, die auf konstruktives Miteinander und Toleranz gerichtet sind. Es gelte nämlich, den Menschen auch als Menschen wahrzunehmen – mit all seinen Schwächen und Schwierigkeiten, aber auch seinen Talenten und Fähigkeiten.

Auch Achammer griff das Thema der Wartelisten auf. Zum Teil könnte darauf durch Umschichtungen und Beratung reagiert werden. Er bezeichnete die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen als "Grundrecht", dabei seien die Musikschulen gleichberechtigte Partner im Bildungssystem.  

lpa/stol

stol