<b>Von Micaela Taroni<BR /></b><BR />Am 13. Juli 1943 wollte der britische Marschall <b>Charles Portal</b> Benito Mussolini mit 2 simultanen Bombenattacken in Rom töten. „Operation Dux“ hieß der Plan, mit dem Großbritannien den faschistischen Diktator umbringen wollte. Ein Fliegerangriff sollte Mussolinis Hauptquartier im Palazzo Venezia im Herzen der Ewigen Stadt zerstören. Ein zweiter Angriff sollte sich gegen seine private Residenz in der Villa Torlonia richten, einem prunkvollen Anwesen mit Park im Besitz einer römischen Adelsfamilie, das der „Duce“ enteignen ließ, um dort seine Residenz einzurichten. Der britische Premier <b>Winston Churchill</b> reagierte ablehnend auf Marschall Portals Plan. Er befürchtete die zu erwartende hohe Zahl an Toten unter den Zivilisten und Schäden an den unersetzlichen Kulturgütern Roms.<h3> Private Schutzräume Mussolinis wieder zugänglich</h3>Ausgeführt wurde die Blitzattacke auf Mussolini also nicht, doch die Alliierten, die die erfolgreiche Landung in Sizilien abgeschlossen hatten, griffen am 19. Juli 1943 mit einem Bomber-Bataillon das römische Viertel San Lorenzo hinter dem Hauptbahnhof Termini an. Bei der massiven Bombardierung kamen 3000 Zivilisten ums Leben, weitere 11.000 wurden verletzt. Der „Duce“ ahnte die Schlinge, die sich um ihn zuzog und hatte schon Ende 1942 begonnen, für sich und seine Familie einen Gasbunker unter seiner Residenz bauen zu lassen.<BR /><BR />81 Jahre nach Baubeginn und rund um den am Donnerstag begangenen „Tag der Befreiung“ am 25. April sind die privaten Schutzräume Mussolinis in Rom nun wieder zugänglich. Steile Treppen führen den Besucher 6 Meter tief zum Bunker hinunter. Mit seinem kreuzförmigen Grundriss und den 15 Meter langen kreisförmigen Tunneln, die durch eine 4 Meter dicke Stahlbetonwand geschützt sind, war der Bunker nach innovativster Technik gebaut worden.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-64487054_gallery" /><BR /><BR /><BR />Während der Besichtigung wird durch Geräusche von Sirenen, herannahenden Flugzeugen, Detonationen und Bodenerschütterungen ein Luftangriff simuliert. Dunkelheit, Feuchtigkeit und ein Gefühl der Beklemmung vermitteln die stickigen Gänge.<h3> Das Leben in der Villa Torlonia </h3>Der Besuch beginnt mit einem Video, das anhand historischer Fotos das Leben Mussolinis in der Villa Torlonia zeigt. Von 1925 bis 1943 lebte der Duce mit seiner Familie in der prächtigen Residenz. Hier veranstaltete er Feste, politische Treffen, feierte die Hochzeit seiner Tochter Rachele mit dem faschistischen Hierarchen Galeazzo Ciano, und beteiligte sich, an Tennismatchs und Reitübungen, während in Rom und im übrigen Europa Menschen durch die schrecklichen Gräueltaten des Krieges starben.<BR /><BR />In den Räumen des Luftschutzkellers wird die Bombardierung Roms, insbesondere der Angriff auf den Stadtteils San Lorenzo, anhand von Wochenschauen der damaligen Zeit erzählt. Neben historischen Dokumenten sind an den Wänden auch informative Fotocollagen zu sehen, die wie auf die Wände gedruckt erscheinen.<h3> Dunkle Seite von Rom wird beleuchtet</h3>Die von den Historikerinnen <b>Federica Pirani</b> und <b>Annapaola Agati</b> in Zusammenarbeit mit dem römischen Kulturamt, der Oberaufsichtsbehörde der Stadt und der Gesellschaft Zetema kuratierte Ausstellung im Mussolini-Bunker bietet auch dank der Videobeiträge des Filminstituts „Istituto Luce“ die Gelegenheit, eine der dunkelsten und dramatischsten Seiten der Stadt Rom zu beleuchten, die zwischen Juli 1943 und Mai 1944 51 Luftangriffen ausgesetzt war.<BR /><BR /> 3 Räume zeigen mit einer Reihe von Videos, wie sich das Leben in einem Luftschutzkeller während eines Bombenangriffs in Rom abspielte. Auf die Böden des Bunkers werden Ansichten der Ewigen Stadt aus der Vogelperspektive projiziert, wie sie sich den Piloten der Kampfflugzeuge, die Rom bombardierten, dargestellt haben müssen. <BR />Bunker Villa Torlonia, Via Nomentana 70 Rom – Infos und Anmeldungen: Tel. 060608<BR />