Die Stadtverwaltung von Riccione hat ihr Interesse bekundet, die ehemalige Residenz des „Duce“ vom derzeitigen privaten Eigentümer zu erwerben. Der Eigentümer der Villa, eine Bankenstiftung, hatte beschlossen, das Anwesen an den Meistbietenden zu veräußern.<BR /><BR />Für die Versteigerung wurde ein offizielles Ausschreibungsverfahren eingeleitet. Ab 30. Oktober können Kaufinteressierte beim Notar die Unterlagen einsehen und entsprechende Informationen anfordern. Die Angebote müssen bis zum 22. Dezember eingereicht werden, wie italienische Medien berichteten.<h3> Melonis Partei fordert Beibehaltung des Namens „Villa Mussolini“</h3>Die rechtsgerichtete Partei Fratelli d'Italia (FdI) von Premierministerin Giorgia Meloni erklärte, der zukünftige Käufer solle den historischen Namen „Villa Mussolini“ beibehalten. Nach Vorstellung der Partei soll das Anwesen künftig als Museum über die Stadt Riccione im 20. Jahrhundert dienen.<BR /><BR />Das Anwesen wurde 1893 als „Villa Margherita“ erbaut und 1934 von Rachele Mussolini, der Ehefrau des „Duce“, erworben, nachdem die Familie des Diktators es zuvor zwei Jahre lang als Sommerresidenz gemietet hatte. Nach dem Fall des Faschismus ging die Villa in Staatseigentum über. Nach Jahren des Verfalls wurde sie 1997 an die Stiftung Carim übertragen und schließlich 2005, nach einer vom Gemeinderat unterstützten Restaurierung, der Stadt als Ausstellungsraum zurückgegeben.<BR /><BR />In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Kontroversen über die Entscheidung der Stadtverwaltung, die ursprüngliche Bezeichnung „Villa Margherita“ aufzugeben und das Gebäude offiziell in „Villa Mussolini“ umzubenennen. Im Juli 2020 wurde eine Petition auf Change.org gestartet, in der die Stadt aufgefordert wurde, den alten Namen wiederherzustellen.<BR /><BR />„Die Villa Mussolini mit ihrem wunderschönen Park und dem Blick auf die Adria ist einer der eindrucksvollsten Orte unserer Stadt“, erklärte Sandra Villa, Vizebürgermeisterin von Riccione. „Sie ist inzwischen ein anerkanntes Zentrum für internationale Kunstausstellungen. Die Verwaltung will diese kulturelle Rolle weiter stärken und ein Erbe fördern, das Riccione einen neuen, kunst- und kulturbezogenen Tourismus erschlossen hat“, so Villa weiter.<BR /><BR />Auch die aus Riccione stammende FdI-Abgeordnete Beatriz Colombo äußerte sich zur Auktion: „Ich hoffe, dass die Stadtverwaltung nicht der sogenannten Cancel Culture nachgibt und die historische Identität der Villa durch eine Namensänderung verfälscht“, schrieb sie. Zugleich begrüßte sie das Engagement der Stadt, die bereit sei, erhebliche finanzielle Mittel in die Villa zu investieren.