Freitag, 19. Februar 2021

Mutationen: Vorerst keine neuen Fälle der Südafrika-Variante bestätigt

Am Mittwoch, 10. Februar, wurden in Südtirol erstmals Fälle der britischen Coronavirus-Mutation bestätigt, wenige Tage später, am Montag, 15. Februar, dann auch das Auftreten der südafrikanischen Variante. 6 Personen in 4 Gemeinden waren mit letzterer infiziert. STOL hat am Donnerstagabend bei Gesundheitslandesrat Thomas Widmann nachgefragt, ob es weitere bestätigte Fälle der deutlich ansteckenderen Varianten gibt.

Landesrat Thomas Widmann.
Badge Local
Landesrat Thomas Widmann. - Foto: © DLife/RM
Um Mutationen des Coronavirus schnell aufzuspüren und ihre Verbreitung zu verhindern, werden seit einiger Zeit bestimmte Proben genetisch untersucht - unter anderem in Labors in Zams, Padua und Udine.

Landesrat Thomas Widmann erklärte gegenüber STOL, dass nicht jede Probe sequenziert wird, sondern eine Sequenzierung nur dann vorgenommen wird, wenn beim PCR-Test bestimmte „Alarm-Lämpchen“ leuchten, heißt, bei Proben mit einem epidemiologischen oder labordiagnostischen Verdacht auf das Vorliegen einer neuen Variante von SARS-CoV-2 (Variant of concern). Diese werden vom Sanitätsbetrieb herausgefiltert.

Zunächst habe man 144 Proben sequenzieren lassen. Dabei wurde wie berichtet in 30 Fällen die britische Variante B.1.1.7. und in 6 Fällen die südafrikanische Mutation B.1.351 festgestellt. Beide Mutationen seien wohl schon seit längerer Zeit – zwischen Anfang und Ende Jänner – im Land. Wie berichtet, war ein erster Verdachtsfall aus Südtirol bereits Anfang Jänner zur Auswertung ans zuständige Kompetenzzentrum in die Spallenzani-Klinik nach Rom geschickt worden. Eine Antwort blieb aus. Um Gewissheit zu erhalten, wurden schließlich Proben an Labors in Österreich und Italien geschickt. Eine Sequenzierung dauere dauere rund 10 Tage.

Es folgten weitere 194 Proben, die der Sequenzierung unterzogen wurden. Von 90 davon (Stand Donnerstagabend) habe man das Ergebnis bereits bekommen. Bei keiner dieser Proben bestätigte sich der Verdacht einer südafrikanischen Variante.

Euphorie sei deshalb zwar nicht angebracht, weil es eine Momentaufnahme ist, aber ein wenig erleichtert sei man verständlicherweise schon, so Widmann.

Die Ergebnisse der 104 noch ausständigen Proben werden in den kommenden Tagen erwartet.

Wie berichtet führte unter anderem das Auftreten der südafrikanischen Variante zu einem strengen Lockdown in Südtirol, die 4 betroffenen Gemeinden wurden bis 7. März zu Sperrzonen erklärt. Ab Montag, 22. Februar, können die 4 Gemeinden Meran, Riffian, St. Pankraz und Moos i.P. nur mit einem negativen Antigentest, welcher nicht älter als 72 Stunden ist, verlassen bzw. erreicht werden. Die Durchfahrt ist auch ohne Test möglich.

vs