Ein 21-Jähriger aus Pflersch wird in den kommenden 4 Tagen sein Heimattal auf den Bergkämmen umrunden. Wie er seine Tour plant und was ihn dabei motiviert. <BR /><BR /><BR />Michael Mühlsteiger arbeitet als Lagerist in einem Reifenlager und ist in seiner Freizeit begeisterter Oberjäger, Mitglied bei den Schützen, betreibt Heimatforschung, begeistert sich für alte Bücher über Berge, ist ehrenamtlich als Kommunionhelfer und Hilfsmesner tätig, hilft in der Bibliothek und spielt im Volksmusikkreis das Raffele (Zither mit 3 Saiten). <BR /><BR />Die Idee zur Umrundung des Tales kam ihm im letzten Winter. Mühlsteiger wird nach dem Start in Boden (St. Anton) über den Weiler Reißenschuh, das Portjoch, das Kreuzjoch, den Pfeiferspitz, den Rosslauf, die Schwarze Wand, den Gschnitzer Tribulaun und die Tribulaunscharte den Gipfel des Pflerscher Tribulauns erreichen. Nach den Zwischenstationen Sandesjöchl, Hoher Zahn, Weißwandspitze, Schneespitze und Östlicher sowie Westlicher Feuerstein befindet sich am Aglsspitz der westlichste Punkt der Route. Auf Südseite des Tales wird Mühlsteigers Route ihn über den Ridnauner Schneespitz, die Wetterspitze, die Lotterscharte und die Schleyerwand zurück zum Ausgangspunkt führen.<BR /><BR /><BR /><BR /><b>Wie kommt man auf so eine Idee?</b><BR />Michael Mühlsteiger: Ich möchte ein Zeichen setzten. Erstbesteigungen gibt es viele, aber eine Umrundung auf dem Grat nicht, zumindest nicht hier bei uns in Pflersch. Wir haben so einen schönen Talschluss und genau da starte ich – bei der Kirche in Boden (St. Anton). Hochwürden Pfarrer Corneliu Berea kommt um 6.30 Uhr, um mir die Beichte abzunehmen und mich mit zu segnen, da ich um göttlichen Beistand gebeten habe. Dann kommen noch meine Eltern und Vertreter der Bergrettung und des Alpenvereins, um mich zu verabschieden. Um 8 Uhr starte ich. <BR /><BR /><BR /><b>Wie lange wirst Du unterwegs sein, und wie viele Kilometer bzw. Höhenmeter wirst Du zurücklegen?</b><BR />Mühlsteiger: Insgesamt werde ich 4 Tage unterwegs sein. Wie viele Kilometer und Höhenmeter das sein werden, weiß ich nicht. Auf alle Fälle viele!<BR /><BR /><b>Wie hast Du Dich auf die Tour vorbereitet?</b><BR />Mühlsteiger: Letzte Woche war ich auf dem Zuckerhütl, mit 3507 Metern der höchste Berg der Stubeier Alpen, vorher auf dem Hochfeiler, mit 3509 Metern der höchste Berg des Wipptales. Jetzt fehlt mir nur noch der Ortler, dann habe ich alle für mich wichtigsten Berge Tirols bestiegen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-50184662_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Wer begleitet Dich auf Deinen Touren?</b><BR />Mühlsteiger: Ich gehe immer alleine, auch morgen starte ich alleine, denn dabei geht es mir am besten. Ich schlafe auf der Tour im Biwak und werde von Sonnenaufgang an solange marschieren, bis ich dort ankomme, wohin ich wollte. Den Proviant aus hartem Brot, Speck, Hartkäse und Wasser habe ich schon letzte Woche in die 4 Biwaks am Gschnitzer Tribulaun, am Hohen Zahn, am Winkeljochspitz und an der Schleyerwand gebracht.<BR /><BR /><BR /><b>Wie sieht es mit Sicherheitsvorkehrungen aus?</b><BR />Mühlsteiger: Auch da habe ich alles organisiert. Ich gehe immer ohne Handy, aber dieses Mal habe ich mich abgesichert. Ich habe ein rotes Fähnchen mit und werde von den Hüttenwirten der Edelweißhütte und der Allrißalm und meinem Vater aus der Ferne mit dem Fernglas beobachtet. Wenn sie das rote Fähnchen sehen, heißt das, ich brauche die Bergrettung. Für Samstag ist Nebel gemeldet, für den Fall habe ich „Schweizer Kracher“ mitgenommen. Das einzige an Technik ist mein alter Fotoapparat, digitale Kameras mag ich nicht. Ich hoffe, er funktioniert auch, denn ab und zu spinnt er.<BR /><BR /><b>Was sagt denn Deine Familie zu so einem waghalsigen Plan?</b><BR />Mühlsteiger: Meine Mutter ist schon sehr besorgt, mein Papa sagt nicht viel, und ganz ehrlich habe ich auch nicht nachgefragt. Mir ist wichtig, etwas zu machen, was vor mir noch nie jemand gemacht hat. Menschen werden geboren und sterben, und von vielen bleibt nichts. Ich möchte dadurch vielleicht in Erinnerung bleiben.<BR /><BR /><b>Was ist Dir noch wichtig, bevor Du morgen startest?</b><BR />Mühlsteiger: Mir ist mein Glaube wichtig. Die Leute sollen nicht den Glauben verlieren, denn wenn sie an den Herrgott und die Heilige Katholische Kirche glauben, werden sie das Leben meistern.<BR /><BR /><BR /><b>Alles Gute für Deine Tour!</b><BR /><BR />