Samstag, 14. November 2015

Mutmaßliche Mutter von acht toten Babys in Deutschland einvernommen

Nach dem Fund von mindestens acht Babyleichen in einem Haus in Deutschland konzentrieren sich die Ermittlungen weiter auf die als tatverdächtig geltende mutmaßliche Mutter. „Die Vernehmungen dauern an“, sagte am Samstag ein Polizeisprecher.

Foto: © APA

Die 45-Jährige war am Freitagabend gegen 19.45 Uhr in einer Pension in Kronach festgenommen worden, nur etwa 15 Kilometer vom Fundort der Leichen in Wallenfels entfernt. Sie war in Begleitung eines 55 Jahre alten Mannes, der von den Ermittlern ebenfalls weiter vernommen werden sollte.

In der Nacht auf Freitag hatten die Ermittler in der kleinen Stadt Wallenfels zunächst die sterblichen Überreste von mindestens sieben Babys entdeckt. Am Freitagnachmittag fanden sie dann eine weitere Säuglingsleiche. Die Leichen der Kinder waren in Handtücher und Plastiksackerl gewickelt. Die tatverdächtige Frau hatte bis vor kurzem in dem Haus gelebt.

Das beschauliche Städtchen im Frankenwald stand auch am Samstag unter Schock. Zum Zeichen der Trauer stellten Menschen an dem Haus Kerzen, Kuscheltiere sowie Engel aus Porzellan ab.

Eine Anrainerin in Wallenfels hatte am Donnerstag den Notruf gewählt, nachdem sie in der Wohnung die sterblichen Überreste eines Säuglings gefunden hatte. Daraufhin entdeckte die Polizei dort sieben weitere Babyleichen. Die Leichen werden nun untersucht, um zu klären, wann und wie die Babys zu Tode kamen.

Die Kriminalpsychologin Monika Frommel vermutet einen Fall verleugneter Schwangerschaften. Psychiatrisch gestörte Frauen, die ihre Schwangerschaft nicht wahrhaben wollten, gebe es in allen Schichten der Gesellschaft, sagte die ehemalige Direktorin des Instituts für Sanktionenrecht und Kriminologie an der Universität Kiel.

apa/dpa

stol