Dienstag, 10. Mai 2016

Mutmaßliche Terroristen in Italien verhaftet

Sie hatten Fotos vom Kolosseum und von Londoner Luxushotels auf ihren Handys – die italienische Polizei vermutet, um Anschläge zu planen. Ein Verdächtiger wurde bereits gefasst, nach weiteren wird gesucht.

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Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in Italien und Großbritannien hat die italienische Polizei Haftbefehl gegen drei Verdächtige erlassen.

Einer von ihnen – ein 23-jähriger Mann mit afghanischer Staatsbürgerschaft – sei in der süditalienischen Stadt Bari festgenommen worden. Nach zwei weiteren Männern werde noch gefahndet, teilten die Ermittler am Dienstag mit. Bei ihnen soll es sich ebenfalls um Afghanen handeln. Alle drei sollen einem Terrornetzwerk mit Verbindungen in Frankreich und Belgien angehören.

Auf einem ihrer Mobiltelefone seien Fotos möglicher Anschlagsziele gefunden worden, darunter neben Einkaufszentren in Italien und Großbritannien auch der Flughafen von Bari, das Kolosseum und der Circus Maximus in Rom sowie mehrere Luxushotels, ein Kino und ein Restaurant in London.

Zudem seien Aufnahmen von Waffen und ein Foto eines der Männer mit einem Schnellfeuergewehr in der Hand entdeckt worden. Die Verdächtigen schienen „höchst gefährlich“ zu sein, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie sollen Verbindungen zu islamistischen Kämpfern im Irak und in Afghanistan gehabt haben.

„Die Terrorzelle hat die gewalttätige Ideologie vom Heiligen Krieg und Kampftechniken – darunter operative Anleitungen und Anleitungen zu Herstellung von Sprengstoff – via Internet verbreitet“, hieß es.

Gegen zwei weitere Verdächtige werde wegen Begünstigung illegaler Einwanderung ermittelt. Einer der Männer wurde ebenfalls inhaftiert, nach dem zweiten wird gesucht. Innenminister Angelino Alfano lobte die „exzellente Arbeit“ der Polizeispezialeinheiten in Bari und betonte, die italienischen Anti-Terror-Gesetze funktionierten.

dpa

stol