Montag, 20. Juli 2020

Mutmaßlicher Coronasünder Bernardi kündigt – Maßnahmen gegen Dapunt

Nachdem der Direktor des Tourismusvereins Badia/Abtei, Jan Paul Bernardi, die Corona-Auflagen verletzt hat, muss er nun die Konsequenzen dafür tragen: Nach seiner Suspendierung hat er am Montag gekündigt und sein Amt niedergelegt. Auch gegen den Direktor des Tourismusvereins Corvara, Damiano Dapunt, der beteiligt gewesen sein soll, sollen Maßnahmen ergriffen werden.

Die Carabinieri haben im Rahmen ihrer Ermittlungen in Alta Badia den  Direktor des Tourismusvereins   Badia/Abtei, Jan Paul Bernardi (kleines Bild oben), und seine Eltern angezeigt. In die Affäre involviert ist auch der Direktor des Tourismusvereins Corvara-Kolfuschg, Damiano Dapunt, (kleines Bild unten).
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Die Carabinieri haben im Rahmen ihrer Ermittlungen in Alta Badia den Direktor des Tourismusvereins Badia/Abtei, Jan Paul Bernardi (kleines Bild oben), und seine Eltern angezeigt. In die Affäre involviert ist auch der Direktor des Tourismusvereins Corvara-Kolfuschg, Damiano Dapunt, (kleines Bild unten). - Foto: © d
Laut neuesten Informationen hat Bernardi am heutigen Montag sein Amt als Direktor des Tourismusvereins Badia/Abtei niedergelegt. Auch gegen Damiano Dapunt sollen nun Maßnahmen ergriffen werden.

Wie berichtet lautet die Ermittlungshypothese der Carabinieri gegen den 24-jährigen Gadertaler und dessen Eltern auf Verstoß gegen die Auflagen aus dem Corona-Dekret von Premier Conte. (STOL hat über den Fall berichtet)

Was war geschehen? Jan Paul Bernardi war am 10. Juli im Zuge der umfangreichen Tests für Mitarbeiter im Tourismusbereich mit einem Nasen-Rachen-Abstrich positiv auf Corona getestet worden. Wie die Carabinieri am Samstag mitteilten, habe der Hygienedienst des Sanitätsbetriebes umgehend die Quarantäne für den 24-Jährigen und seine Eltern, mit denen er zusammenlebt, verordnet. Die Erhebungen hätten ergeben, dass Bernardi aber entgegen diesen Auflagen am 10. Juli weiter zur Arbeit ging und anschließend zur „Happy Hour“ mit Freunden.

Vorwurf: Schuldhaftes Auslösen einer Epidemie

Am Samstag habe er dann an einer Studiumsabschlussfeier auf einer Schutzhütte in Corvara teilgenommen. In den darauffolgenden Tagen wurde er zudem an öffentlichen Plätzen im Tal gesehen. Bei all diesen Beobachtungen soll er laut Aussendung der Carabinieri ohne Mund-/Nasenmaske unterwegs gewesen sein.

Auch die Eltern sollen sich offenbar über die Quarantäne-Bestimmungen hinweg gesetzt und ihrer Arbeit nachgegangen sein. Wegen dieses Verhaltens wurden alle 3 Personen am Samstag bei der Staatsanwaltschaft in Bozen angezeigt. Der Vorwurf lautet auf schuldhaftes Auslösen einer Epidemie.

All jene, die in engerem Kontakt mit Bernardi waren, wurden unter Quarantäne gestellt. Dabei handelt es sich um nicht ganz 40 Personen. Einer davon soll auch der Direktor des Tourismusvereins Corvara, Damiano Dapunt, sein. Auch er soll sich so wie Bernardi nicht an die Auflagen gehalten haben und mit ihm unterwegs gewesen sein.

„Sinnloses Risiko für neue Infektionsherde erhöht“

Tourismuslandesrat Arnold Schuler spricht von einem großen Imageschaden. Sollten sich die Vorwürfe wegen des Verstoßes gegen die Quarantänebestimmungen bestätigen, sei das fatal. Damit seien Mitmenschen einem „sinnlosen Risiko ausgesetzt und das Risiko für neue Infektionsherde erhöht worden, das fatale Nachwirkungen haben könnte“, so der Landesrat gegenüber der Sonntagszeitung „Zett“.

Auch Oscar Alfreider, Präsident des Tourismusvereins Alta Badia, zeigte sich erzürnt und enttäuscht zugleich. Mit dem großflächigen Test habe man etwas Gutes tun wollen. Es sei nur eine Person positiv getestet worden, eben Bernardi. Sein Verhalten sei nicht duldbar. Wie Alfreider der Sonntagszeitung „Zett“ gegenüber erklärte, habe er mit Bernardi und seiner Familie gesprochen, und er betont, dass Bernardi verstanden habe, „was er da losgetreten hat“.

Nun sei er unter strenger Kontrolle zu Hause – gesundheitlich sei er übrigens beschwerdefrei. Die Eltern seien laut Alfreider auch bereits negativ getestet worden. Alle anderen 23 Mitarbeiter des Tourismusvereins seien ebenso negativ.

Rücktritt von Bernardi – Ermittlungen gegen Dapunt

Alfreider hofft, dass diese bisher allesamt negativen ersten Tests in den kommenden Tagen bei weiteren Tests bestätigt würden. Der Imageschaden für den Tourismus im Gadertal sei dennoch unvermeidlich.

Bernardi hat laut Alfreider eine schriftliche Ermahnung erhalten und wurde vorerst suspendiert. Er soll ersten Informationen zufolge von seinem Posten als Direktor des Tourismusvereins Badia/Abtei zurückgetreten sein. Auch gegen Dapunt sollen Disziplinarmaßnahmen ergriffen werden, weil beide Touristiker dem Fremdenverkehr landesweit einen großen Schaden zugefügt haben.

Scharf verurteilt wird das Verhalten der Touristiker auch vom Bürgermeister der Gemeinde Corvara, Robert Rottonara.

Am heutigen Montag findet ein Treffen der Bürgermeister und Verantwortlichen der Tourismusvereine statt, wo alle auf den neuesten Stand gesetzt und das weitere Vorgehen beraten werden soll.

d/stol

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