Im kleinen Ort Pietracatella in der Provinz Campobasso hat der Tod von Antonella Di Ielsi und ihrer Tochter Sara Di Vita, der sich kurz nach Weihnachten 2025 ereignete, eine dramatische Wendung genommen: In den Analysen wurden offenbar Spuren von Rizin festgestellt – eines der stärksten bekannten Gifte. Eine Erkenntnis, die Ermittlungen wegen vorsätzlichen Mordes ausgelöst hat. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/spektakulaere-wende-fischvergiftung-entpuppt-sich-als-doppelmord" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet)</a><h3> Substanz im Darknet bestellt?</h3>Die toxikologischen Untersuchungen wiesen Rizin im Blut beider Opfer sowie in einem Haar von Antonella Di Ielsi nach. <BR /><BR />Rizin gilt als hochgiftig, schwer zu beschaffen und erfordert spezifische Kenntnisse zur Herstellung. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Substanz über das Darknet bezogen wurde. Die Ermittler versuchen nun zu klären, wer das Gift verabreicht hat und auf welche Weise.<h3> Mann ist Steuerberater und war Bürgermeister</h3>Sara Di Vita war 15 Jahre alt, besuchte ein humanistisches Gymnasium und galt als ruhiges, gewissenhaftes Mädchen. Ihre Mutter Antonella Di Ielsi war gerade 50 Jahre alt geworden und arbeitete gemeinsam mit ihrem Ehemann in der familieneigenen Kanzlei. Der Vater, Gianni Di Vita, Steuerberater und ehemaliger Bürgermeister des Ortes, ist der einzige Überlebende. Auch er hatte Symptome gezeigt, jedoch in deutlich milderer Form.<BR /><BR />Zur Familie gehört zudem eine weitere Tochter, Alice Di Vita, 19 Jahre alt, die am Abend des 23. Dezember als einzige aus der Familie nicht am gemeinsamen Abendessen teilgenommen hat. In der rund 1.200 Einwohner zählenden Gemeinde galt die Familie als angesehen und fest verwurzelt. Umso tiefer erschüttert der Fall die Bevölkerung.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1296036_image" /></div> <BR /><BR />Wie die Zeitung La Repubblica berichtet, ist Gianni Di Vita inzwischen in seine Steuerberatungskanzlei zurückgekehrt, während Alice wieder das Gymnasium besucht – dieselbe Schule, die auch ihre Schwester Sara besuchte. Die Familienwohnung, in der Ermittler wochenlang nach möglichen Ursachen einer tödlichen Lebensmittelvergiftung suchten, ist weiterhin beschlagnahmt. Vater und Tochter leben derzeit bei Verwandten.<BR /><h3> Momentan kein Motiv erkennbar</h3>Alice, die ältere der beiden Schwestern, und Sara, die bald 16 geworden wäre, besuchten dieselbe Schule. Es sind keine Konflikte bekannt, keine Feindschaften, keine Streitigkeiten – zumindest keine, die nach außen drangen. Ein erkennbares Motiv, das die These eines geplanten Doppelmordes stützen könnte, fehlt bislang.<BR /><BR />In den vergangenen Monaten kursierten zahlreiche unbestätigte Gerüchte, nicht nur in Pietracatella. Doch bislang ließ sich keines davon erhärten. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, den Verantwortlichen für das, was inzwischen als Doppelmord gilt, zu identifizieren. Dabei rücken zwangsläufig auch die familiären Beziehungen in den Fokus. Untersucht wird, ob es Spannungen, frühere Konflikte oder Ereignisse gab, die zu Problemen geführt haben könnten.<BR /><BR />Ebenso prüfen die Ermittler etwaige Zerwürfnisse im weiteren Umfeld sowie mögliche heimliche Beziehungen. All dies sind jedoch bislang Hypothesen, die sich erst infolge der überraschenden Wendung in den Ermittlungen – drei Monate nach dem Tod von Mutter und Tochter – aufdrängen.<h3> „Das ist für mich kaum vorstellbar“</h3>„Seit ihrer Rückkehr in den Ort leben der Mann und die Tochter sehr zurückgezogen, zwischen Arbeit und Schule. Man sieht sie kaum, und wir respektieren ihre Trauer. Doch diese neue Entwicklung macht uns fassungslos. Ein vorsätzlicher Mord? In dieser Familie? Das erscheint mir kaum vorstellbar“, sagt der Bürgermeister von Pietracatella, Antonio Tommasone, der mit Gianni Di Vita befreundet ist.<BR /><BR />Ausgangspunkt der furchtbaren Ereignisse war ein gemeinsames Familienessen in den Tagen um Weihnachten. Die ersten Symptome deuteten auf eine Lebensmittelvergiftung hin. Doch Saras Zustand verschlechterte sich rasch: Sie wurde in das Krankenhaus Krankenhaus Cardarelli eingeliefert und starb am 27. Dezember. Kurz darauf erlag auch die Mutter ähnlichen Symptomen. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/italien-mutter-und-tochter-15-sterben-fischvergiftung-vermutet" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Über Monate hinweg galt kontaminierte Nahrung als wahrscheinlichste Ursache.</a> Nun gilt es zu klären, was sich in jenem Haus tatsächlich zugetragen hat – und vor allem, wer das Gift in Umlauf brachte.