Mehr als hundert Tage nach den tragischen Todesfällen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren, eine Lösung des Falls scheint jedoch weiterhin nicht in Sicht. Sicher ist: Die beiden Frauen starben zwischen dem 27. und 28. Dezember im Krankenhaus Ospedale Cardarelli di Campobasso nach einem Weihnachtsessen.<BR /><BR />Die Polizei hat den Ehemann von Antonella Di Ielsi, Gianni Di Vita, mehrfach befragt. Der neue Verteidiger des Mannes, der Anwalt Vittorino Facciolla, hat in Absprache mit seinem Mandanten beschlossen, einen renommierten Toxikologen einzuschalten. „Mein Mandant will in jeder Hinsicht kooperativ sein und zur Rekonstruktion der Ereignisse beitragen. Dazu ist es notwendig zu verstehen, wie diese Substanz wirkt und was geschehen sein könnte. Daher haben wir einen Toxikologen eingeschaltet“, erklärte der Anwalt.<BR /><BR />Grund für diesen Schritt sei unter anderem, dass bislang keine endgültige Bestätigung für das Vorhandensein von Rizin vorliegt, sondern lediglich eine „Nicht-Negativität“, die bei ersten Untersuchungen des Antigiftzentrums Maugeri in Pavia festgestellt wurde. „Es besteht die Notwendigkeit, die Wirkung von Rizin besser zu begreifen, um mögliche Kontaminationen zu berücksichtigen, die derzeit nicht ausgeschlossen werden können“, fügte der Anwalt hinzu.<BR /><BR />In der vergangenen Woche wurden mindestens 30 Personen befragt, darunter Angehörige und Bekannte der beiden Frauen, die kurz nacheinander nach Weihnachten gestorben waren. Neben Gianni Di Vita und seiner 19-jährigen Tochter Alice wurde auch die Cousine des Mannes vernommen, in deren Haus der Steuerberater derzeit lebt. Die Vernehmungen sind nach Angaben aus Ermittlerkreisen noch nicht abgeschlossen und sollen über die gesamte Woche fortgesetzt werden.<BR /><BR />Die kommenden Tage dürften für die Ermittlungen entscheidend sein: Eine weitere Durchsuchung im noch beschlagnahmten Haus der Familie Di Vita ist vorgesehen. Zudem wird ein Bericht des Antigiftzentrums von Pavia erwartet, der für die Ermittlungen zentral ist, da er Klarheit über die mögliche Präsenz von Rizin im Blut der Opfer bringen soll. Bis Ende des Monats werden außerdem die Ergebnisse der Autopsien erwartet, die am 31. Dezember im Krankenhaus Cardarelli in Campobasso durchgeführt wurden.