Samstag, 14. Januar 2017

Mutmaßlicher Kinderschänder tot aufgefunden

Ein vor Kurzem wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern verhafteter Mann hat sich in seiner Zelle in Sizilien umgebracht.

Foto: © shutterstock

Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag. Wie berichtet, war ein 63-jähriger Jugend-Fußballtrainer verhaftet worden, nachdem ihn einer seiner ehemaligen Schützlinge 29 Jahre später erkannt und des sexuellen Missbrauchs bezichtigt hatte.

Die Carabinieri stürmten daraufhin die Wohnung von Antonio Marci in Alessandria, Sizilien, wo sie den Mann spärlich bekleidet in der Gesellschaft eines jungen Buben vorfanden. In der Wohnung beschlagnahmten die Beamten mehrere hundert Videokassetten, auf denen er die Begegnungen mit seinen Fußball-Schützlingen aufgezeichnet hatte. Der Mann wurde festgenommen und ins Gefängnis gebracht. 

Dort beging Marci Selbstmord: Die Wärter fanden den leblosen Körpers des Mannes in seiner Zelle vor. Er soll kurz zuvor um Hausarrest angesucht haben, weil die Haft in einer Zelle seine Unversehrtheit bedrohen würde, erklärte sein Anwalt Massimo Taggiasco gegenüber Ansa. Aber auch sein Verteidiger hätte sich niemals einen Selbstmord erwartet.

„Er wollte mir alles erklären“, so Taggiasco weiter. Anscheinend sei Marci selbst einst Opfer eines Missbrauchs gewesen. „Das hat ihn fürs Leben gezeichnet - entschuldigt aber natürlich in keinster Weise, was er getan hat“, so der Anwalt.

stol/liz

stol