Der heute 64-Jährige arbeitete ab dem Jahr 2010 für eine Südtiroler Niederlassung eines gesamtstaatlichen Kreditinstitutes. Nach seiner Pensionierung im Dezember 2024 kam eine Reihe mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten ans Licht, die die Bozner Staatsanwaltschaft auf den Plan rief. Sie leitete gegen den ehemaligen „Private Banker“ Ermittlungen wegen Betrug ein und hält ihm jetzt gleich vier Erschwernisgründe vor. <BR /><BR />Er habe die strafbare Handlung begangen, um eine andere strafbare Handlung auszuführen bzw. sich den Lohn daraus zu sichern und eine hohen Vermögensschaden verursacht. Bei drei Kunden habe er deren – aufgrund ihres Alters – eingeschränkte Fähigkeit, sich zu wehren, ausgenutzt. Und schließlich habe er die Tat unter Missbrauch einer Arbeitsleistung begangen.<BR /><BR />Im Detail wird dem Ex-Bankberater vorgehalten, seine Kunden um insgesamt rund 2,7 Mio. Euro gebracht zu haben. Er habe fünf Kunden über Jahre Fehlinformationen zu deren Finanzportfolio übermittelt, indem er die Abrechnungen anderer Bankkunden, die höhere Summen auf den Konten hatten, als die ihren ausgegeben habe. Seine Kunden hätten gedacht, dass sie vom Gewinn aus ihren Investitionen leben würden; in Wirklichkeit griffen sie aber nur ihr Kapital an, das über die Jahre immer weiter schrumpfte. <BR /><BR />Einem Kunden soll der Berater beispielsweise einen Kontostand von 1,85 Mio. Euro bescheinigt haben, während es in Wirklichkeit nur mehr 4.200 Euro waren. Einem anderen habe er vorgegaukelt, dass er 4,38 Mio. Euro besitze, am Konto waren hingegen 750.000 Euro. Als ein Kunde eine Immobilie kaufen wollte, soll der Berater die dafür nötige Summe von anderen Konten abgezogen haben. Über einen Vertrag, den er einen Kunden unterzeichnen gelassen habe, ohne dass dieser wusste, worum es sich handelte, habe sich der Banker schließlich eine höhere Produktionsprämie zu sichern versucht, glaubt die Staatsanwaltschaft.