Freitag, 12. Mai 2017

Mutmaßlicher Mörder von Kurt Huber festgenommen

Am 5. Dezember 2016 war der 71-jährige Kurt Huber tot in seiner Wohnung in Niederrasen aufgefunden worden – ermordet. Ein Mordfall, der Rätsel aufgab. Von Täter und Tatwaffe fehlten jede Spur. 5 Monate nach Hubers Ermordung haben die Carabinieri eine dringend tatverdächtige Person festgenommen.

Die Spurensicherung bei der Arbeit.
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Die Spurensicherung bei der Arbeit.

Es war der Tag nach dem Referendum über die italienische Verfassungsreform und dem Rücktritt Matteo Renzis als Ministerpräsident, ein Montag. Die Augen der Redaktionen waren auf Rom gerichtet, als bekannt wurde, dass in Niederrasen ein Mord stattgefunden hatte.

8 Einstiche in Bauchbereich

Der aus St. Vigil in Enneberg stammende Kurt Huber war tot im Bett seiner Niederrasner Altenwohnung aufgefunden worden. Wie die Autopsie später ergab, hatte der noch unbekannte Mörder mit einem spitz zulaufenden Messer mit einschneidiger Klinge 8 Mal in den Bauchbereich des gehbehinderten 71-Jährigen eingestochen. Ein Messer, das bis heute nicht gefunden wurde.

Ex-Frau unter Tatverdacht

Unter Tatverdacht geriet zunächst die 56-jährige Ex-Frau des Mordopfers. Bei ihrem stundenlangen Verhör sagte sie den Ermittlern, dass sie am Samstag vor dem Mord bei Kurt Huber in seiner Altenwohnung in Niederrasen gewesen sei. Am Abend habe sie das Haus verlassen und sei nach Bruneck gefahren.

Am Tag danach, also am Sonntag, sei sie, so das Verhörprotokoll, nach Niederrasen zurückgekehrt und habe einen Mann gesehen, der von Kurt Hubers Wohnung weggelaufen sei.

Beim Betreten der Wohnung habe sie dann ihren Ex-Mann blutüberströmt auf dem Bett liegend vorgefunden. Sie habe ihn berührt, um zu überprüfen, ob er noch am Leben sei, und habe sich dabei ihre Kleidung mit Blut befleckt.

Verdachtsmomente erhärten sich nicht

In Panik sei sie daraufhin davongerannt und habe die folgende Nacht am Olanger Bahnhof verbracht. Erst in den frühen Morgenstunden des Montags habe sie dann verzweifelt ihren Neffen angerufen, der wiederum Carabinieri und Rettung verständigt hat.

Die 56-Jährige wurde von einem Zeugen schwer belastet. Dieser soll erklärt haben, dass Hubers Ex-Frau in einem Gastlokal ihrem Ärger über den Ex-Mann – mit den Worten: „Den bring ich um“ – lautstark Luft gemacht haben soll.

Die Verdachtsmomente gegen sie erhärteten sich aber nicht, sie blieb auf freiem Fuß. Das Gutachten der von der Staatsanwaltschaft beauftragten Pathologin stützte die Version von Hubers Ex-Frau. Es besagt, dass der Tod bereits am Sonntagnachmittag, dem 4. Dezember, eingetreten war.

Pressekonferenz um 12 Uhr

Obwohl die Altenwohnung in Niederrasen von den Experten der Carabinieri-Sondereinheit RIS aus Parma genauestens untersucht worden war und die Ermittler jeder erdenklichen Spur nachgingen: Es schien in dem Fall kein Weiterkommen zu geben.

Am Freitagvormittag teilten die Bozner Carabinieri schließlich mit, dass sie den mutmaßlichen Mörder festgenommen haben. Der leitende Staatsanwalt Giancarlo Bramante hat für 12 Uhr eine Pressekonferenz angesetzt, bei der Details bekannt gegeben werden sollen.

stol/aw

stol