Montag, 28. Oktober 2019

Mutter des getöteten Neugeborenen auf freiem Fuß

Die junge Rumänin, die beschuldigt wird, ihren neugeborenen Sohn am 16. September in Lana getötet zu haben, ist am Montag aus dem Gefängnis entlassen worden.

Hier wurde die Leiche des Babys entdeckt.
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Hier wurde die Leiche des Babys entdeckt. - Foto: © DLife

Der Richter gab dem Antrag der beiden Verteidiger, Nicola Nettis und Amanda Cheneri, statt. Die 25-jährige Frau ist jetzt auf freiem Fuß, es bedarf keiner Sicherungsverwahrung mehr. Theoretisch könnte die Frau auch nach Rumänien zurückkehren, wo sie einen zweijährigen Sohn hat.

Der Verteidiger Nettis erklärt dazu: „Unsere Mandantin hat nicht die Absicht, Italien zu verlassen. Sie beabsichtigt vielmehr, sich dem Verfahren zu stellen. Sie wird nun psychologisch in einer dafür geeigneten Südtiroler Struktur betreut und unterstützt, obwohl sie formell frei ist und somit keine Aufenthaltsverpflichtungen hat.“

Die Frau hatte nach ihrer Verhaftung erklärt, dass sie sich nur an den Moment der Geburt erinnere und nicht an das, was danach geschehen sei. „Die Erinnerung kommt nur langsam zurück“, sagt Nettis, „es wird mehr Zeit brauchen. In einem traumatischen Ereignis gibt es innere Konflikte, die es schwer machen, sich zu erinnern. Ihre Freilassung könne ihr nun helfen, wieder etwas entspannter zu werden und so auch die Erinnerung an das, was geschehen ist, zurückzuerlangen.“

Die Frau, die in Südtirol als Erntehelferin tätig war, wird des Totschlags und des anschließenden Versteckens der Leiche beschuldigt. Die Anklage könnte aber in jene der Kindstötung abgemildert werden, was eine geringere Strafe nach sich ziehen würde.

Die Leiche des Kindes war in einem Obstgarten von Lana gelegt und zufällig von Spaziergängern entdeckt worden. Diese wiederum riefen Bauer Oswald Verdorfer zum Tatort.

ansa/stol