Hanna Shrabatska (56) und ihr Sohn Oleksii (19) waren am 16. Juli 2024 bei der Punta Lido in Riva ums Leben gekommen. Die beiden sollen sich zuerst von der Strömung des Flusses Albola treiben gelassen haben und dann Richtung Seeufer geschwommen sein. <BR /><BR />Zeugen für das Unglück gibt es nicht. Als Shrabatska und der 19-Jährige am Abend immer noch nicht zurückgekehrt waren, schlug Shrabatskas Lebengefährte Mario Mariotti Alarm. Doch jede Hilfe kam zu spät: Erst am Nachmittag des nächsten Tages konnten die leblosen Körper geborgen werden – nur wenige Meter vom Ufer entfernt, in 18 Metern Tiefe der Leichnam des 19-Jährigen, kurz darauf jener seiner Mutter. <BR /><BR />Die Staatsanwaltschaft war nach ihren Erhebungen zum Schluss gekommen, dass es sich um einen Unfall ohne strafrechtliche Relevanz gehandelt habe und hatte beantragt, den Fall zu den Akten legen zu können. Dagegen hat Mariotti aber Einspruch erhoben. <BR /><BR />Diesem gab U-Richterin Pasquali gestern statt und hat vertiefende Ermittlungen angeordnet. Geprüft werden soll, ob dem Unfall ein Straftatbestand zugrunde liegen und es mögliche Verantwortlichkeiten Dritter geben könnte. <BR /><BR />Im Vorfeld hatten die Rechtsanwälte Silvana Giancane und Federico Fava im Auftrag von Mario Mariotti den Professor für Hydraulische Konstruktionen an der Fakultät für Agrar-, Umwelt- und Lebensmittelwissenschaften der Freien Uni Bozen, Maurizio Righetti, mit einem Gutachten betraut. Der Fachmann stellte Simulationen an. Diese wurden auf Video gebannt und im Gerichtsaal gezeigt. <BR /><BR />Daraus soll hervorgehen, dass der Unfallbereich, in dem das kalte Flusswasser in den wärmeren Gardasee mündet, eine potenzielle Gefahrenstelle für Badende ist. Wenige Wochen später war an derselben Stelle ein weiterer Schwimmer ertrunken. Die Rechtsanwälte Giancane und Fava beanstanden, dass dort zum Unglückszeitpunkt noch kein Badeverbot geherrscht habe. Erst in der Folge sei der Bereich abgesperrt worden.