Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auch auf das Dark Web, um herauszufinden, woher die tödliche Substanz stammen könnte. Rizin ist ein äußerst gefährliches Toxin, das aus den Samen des Rizinusstrauchs gewonnen wird. Obwohl der Rizinus in der Region Molise heimisch ist und seine Samen auch in der Industrie Verwendung finden - etwa für Kosmetika oder als organischer Dünger - erfordert die Umwandlung in ein tödliches Gift spezielle Kenntnisse. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mutmasslicher-doppelmord-statt-fischvergiftung-was-wir-bisher-wissen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet)</a><BR /><BR />Die Behörden prüfen neben Webseiten auch lokale Verkaufsstellen, um mögliche Beschaffungswege zu ermitteln. In der Vergangenheit wurde Rizin bereits für politische Morde genutzt, unter anderem vom KGB in den 1970er-Jahren. Ermittler und Sicherheitskräfte warnen vor der Gefahr der Substanz und arbeiten landesweit an der Aufklärung des Falls, der in Italien große Aufmerksamkeit erregt. Zunächst gingen die Ermittler von einer einfachen Lebensmittelvergiftung aus, wie in den Tagen unmittelbar nach Weihnachten vermutet wurde. <BR /><BR />Doch seit Montag nahm die Untersuchung eine dramatische Wendung: Die Hypothese lautet nun, dass Mutter und Tochter gezielt mit Rizin vergiftet wurden. Antonella und Sara waren nach Übelkeit und Unwohlsein in das Krankenhaus von Campobasso gebracht worden, wo beide starben. Fünf Ärzte stehen inzwischen unter Verdacht des fahrlässigen Totschlags. Der zuständige Staatsanwalt leitete Ermittlungen wegen vorsätzlichen Doppelmordes gegen Unbekannt ein. Der Verdacht eines geplanten Verbrechens richtet sich auf Täter, möglicherweise innerhalb der Familie oder aus dem näheren Umfeld.<BR /><BR />Gianni Di Vita, Ehemann von Antonella und Vater von Sara, war nach einem Familienessen am Heiligabend selbst kurzzeitig erkrankt. Analysen hatten zunächst keine Rizin-Spuren in seinem Blut gezeigt, weshalb die Proben erneut überprüft werden sollen. Der Vater und seine 19-jährige Tochter Alice, sollen erneut befragt werden. Alice gilt als einzige, die der mutmaßlichen Vergiftung entgangen ist. In Dorfkreisen werden familiäre Spannungen kolportiert; manche äußern die Befürchtung, es habe sich um einen Plan gehandelt, die ganze Familie zu töten.