Das berichtet der Direktor der Intensivstation des Krankenhauses Cardarelli, Vincenzo Cuzzone, der die Patientinnen behandelte. Die 15-Jährige aus Pietracatella starb am 27. Dezember, ihre 50 Jahre alte Mutter einen Tag später im Krankenhaus. Bereits zu Beginn habe er den Verdacht gehabt, dass „etwas nicht stimmt“, sagte Cuzzone laut Medienangaben. Der Verlauf sei „zu schnell und ungewöhnlich“ gewesen.<BR /><BR />Beide Patientinnen hätten nahezu identische Symptome gezeigt, die sich im gleichen Zeitraum entwickelt hätten. „Das ist ein Umstand, der einen Arzt stutzig macht“, so Cuzzone. Besonders auffällig sei gewesen, dass das Herz der Jugendlichen trotz Reanimationsmaßnahmen nicht wieder zu schlagen begann. „Es gab keine offensichtliche Erklärung.“<BR /><BR />Nach dem Tod der Tochter habe er erfahren, dass auch die Mutter zu Hause ähnliche Symptome zeigte, und sofort ihre Einweisung veranlasst. Doch auch bei ihr sei der Krankheitsverlauf „extrem schnell und außerhalb aller üblichen Muster“ gewesen. Es habe sich um ein plötzliches Multiorganversagen gehandelt.<BR /><BR />Rizin gilt als äußerst seltenes Gift. Ein spezifisches Gegenmittel existiert nicht. Selbst bei schneller Diagnose hätte es kaum Behandlungsmöglichkeiten gegeben, sagte der Mediziner. Bereits kleinste Mengen könnten tödlich sein.<BR /><BR />Der Vater der Jugendlichen wurde vorsorglich in ein spezialisiertes Krankenhaus in Rom verlegt. Nach Angaben des Arztes geschah dies aus Sicherheitsgründen. Die Ermittlungen sollen nun klären, wie und durch wen Mutter und Tochter vergiftet wurden. Für den behandelnden Arzt bleibt der Fall außergewöhnlich. „Jeder Patient, den wir nicht retten können, hinterlässt Spuren“, sagte Cuzzone. Gegen fünf Ärzte des Krankenhauses waren Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit eingeleitet worden. Angesichts des Verdachts der Vergiftung könnten diese bald eingestellt werden.