Die Familie wird der jungen Frau, die vor 19 Jahren in ihrem Elternhaus brutal getötet wurde, mit einer Messe und Blumen auf dem Friedhof gedenken. „Wir wollen unter uns bleiben, so wie wir es immer getan haben“, sagte Mutter Rita knapp gegenüber Journalisten.<BR /><BR />Während die Familie versucht, den Jahrestag im Stillen zu begehen, setzen Ermittler und Sachverständige ihre Arbeit fort. Sie prüfen weitere Spuren und Gutachten, um die derzeitige Ermittlungsrichtung zu untermauern. Demnach soll nicht, wie es die Gerichte in einem rechtskräftigen Urteil festgestellt haben, Chiaras damaliger Freund Alberto Stasi für ihren Tod verantwortlich sein, sondern Andrea Sempio, ein langjähriger Freund ihres Bruders. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1346082_image" /></div> <BR /><BR />Eine solche Neubewertung des Falls könnte einerseits in einen Antrag auf Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den heute 38-jährigen Sempio münden. Andererseits könnte sie den Weg für einen Antrag von Stasis Anwälten auf eine Wiederaufnahme seines Verfahrens ebnen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1346085_image" /></div> <BR /><BR />Die Ermittlungen im neuen Verfahren sind inzwischen bis zum 28. <BR />September verlängert worden. Vorausgegangen waren eigene Ermittlungen der Verteidiger Sempios, Liborio Cataliotti und Angela Taccia. Die Ermittler wollen unter anderem erneut einer Schuhspur nachgehen, die am Tatort gefunden wurde und möglicherweise vom Täter stammt. Geprüft wird, ob die Spur tatsächlich von einem Schuh der Größe 42 stammt und ob sie mit der Fußgröße Sempios vereinbar ist.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1346088_image" /></div> <BR /><BR />Auch die DNA-Spur an den Rändern der Fingernägel des Opfers ist erneut Gegenstand der Untersuchungen. Der Genetiker Carlo Previderé wurde mit weiteren Analysen des biologischen Materials beauftragt. <BR /><BR />Nach den bisherigen Erkenntnissen gehört die DNA zur väterlichen Linie der Familie Sempio. Gutachten der Sachverständigen von Verteidigung und Nebenklage haben allerdings darauf hingewiesen, dass sich nicht mit Sicherheit feststellen lässt, wann und unter welchen Umständen die Spur unter Chiaras Fingernägel gelangte. Damit bleibt gerade jene DNA-Spur, die zunächst als wichtigstes Indiz für eine Neubewertung des Mordfalls von Garlasco galt, umstritten. Nach bisherigem Stand lässt sich aus ihr allein offenbar kein eindeutig belastbares Beweiskonstrukt ableiten. Die Ermittlungen laufen weiter.