Wie die Carabinieri von Bozen in einer Presseaussendung mitteilen, wurde ein moldawischer Staatsbürger festgenommen. Bei 7 weiteren der insgesamt 13 Personen, gegen die in dem Verfahren ermittelt wird, wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt.<BR /><BR />Die Gruppe steht seit geraumer Zeit im Fokus der Ermittler, da ihr 11 Überfälle auf Bankomaten in den Provinzen Bozen, Brescia, Vicenza und Mantua sowie mehrere Ladendiebstähle in Südtirol angelastet werden.<BR /><BR />Besonders auffällig sei die ausgeklügelte Technik, mit der die vermeintlichen Täter an das Geld in den Bankomaten gelangt seien, das so genannte „Jackpotting“: Dabei wurden kleine Öffnungen in die Geldautomaten gebohrt, um so an die Kabel im Inneren zu kommen. Diese verbanden die Verdächtigen über Schnittstellen mit Computern, Tablets oder Smartphones. Über eine Remoteverbindung verschafften sich Hacker anschließend Zugang zum System, umgingen die Sicherheitsvorkehrungen und ließen die Automaten den gesamten Inhalt ausschütten. So wurden bis zu 70.000 Euro aus den Geldautomaten holen.<BR /><BR />Diese „leise“ Vorgehensweise erlaubte es, das Geld ungestört zu entwenden. Die Banken bemerkten den Diebstahl meist erst bei der erneuten Öffnung der Filialen.<BR /><BR />Im Laufe der Ermittlungen konnten die Carabinieri nicht nur diese Vorgehensweise aufdecken, sondern auch einige Informanten entlarven, die im Vorfeld der Überfälle die Banken auskundschafteten und Foto- und Videoaufnahmen der Filialen an die kriminelle Gruppierung weitergaben.<BR /><BR /><b>Ermittlungen seit einem Jahr</b><BR /><BR />Die Carabinieri ermittelten in diesem Fall bereits seit dem Sommer 2021, nachdem es in Südtirol (Riffian,Vahrn,Montan, Klobenstein, Neumarkt und Deutschnofen) zu einer Reihe von Überfällen auf Bankomaten innerhalb eines kurzen Zeitraumes gekommen war.<BR /><BR />Entscheidend für die Ermittlungsarbeit, die von den Carabinieri Bozen in Zusammenarbeit mit den Banken und einem Spezialkommando aus Rom durchgeführt wurden, war die Sicherstellung von technischen Geräten, die die vermeintlichen Täter auf der Flucht zurückgelassen hatten. Außerdem konnten zahlreiche Aufnahmen von Überwachungskameras Hinweise auf die Identität der Täter geben.<BR /><BR />Beweismaterial fanden die Ermittler auch bei den Hausdurchsuchungen in den Provinzen Bozen, Padova und Vercelli: Dabei wurden Laptops, Smartphones, Verbindungskabel, Werkzeug zum Öffnen der Geldautomaten, Einbruchswerkzeug und Tarnkleidung beschlagnahmt. Unter den sichergestellten Werkzeugen befand sich auch ein Gerät zum Blockieren und Stören der Funkfrequenzen von Kameras und GPS-Geräten. „Dies zeugt von der Akribie und dem hohen technischen Niveau der kriminellen Gruppe“, erklären die Carabinieri in einer Aussendung.