Forti darf das Gefängnis künftig tagsüber verlassen und muss am Abend zurückkehren, beschloss ein Gericht in Verona am Montag. Er verbüßt in Italien eine lebenslange Haftstrafe, nachdem er zuvor 25 Jahre in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Florida verbracht hatte ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/politischer-zuendstoff-gericht-entscheidet-ueber-chico-fortis-zukunft" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">STOL hat berichtet</a>). In den USA war er wegen der Tötung des Unternehmers Anthony „Dale“ Pike verurteilt worden. Forti hat stets seine Unschuld beteuert.<BR /><BR />Die neue Regelung könnte Forti zugleich mehr Möglichkeiten geben, seine Mutter im Trentino zu besuchen. Sie lebt in Trient. Fortis Anwälte Alessandro Favazza aus Verona und Carlo Dalla Vedova aus Rom hoffen auf weitere Erleichterungen. Die entscheidendere Etappe steht allerdings noch bevor. Bereits im vergangenen Jahr hatten Fortis Anwälte eine bedingte Entlassung beantragt. Der Antrag wurde damals wegen fehlender Reue und einer ausstehenden Schadenswiedergutmachung abgelehnt. Eine neue Anhörung könnte bereits in den ersten Monaten des Jahres 2027 stattfinden.<BR /><h3> Der Fall Forti reicht bis in das Jahr 1998 zurück</h3>Der Fall Forti reicht bis in das Jahr 1998 zurück. Anthony „Dale“ Pike war damals in Miami mit einem Schuss in den Kopf getötet worden. Pike war nach Florida gereist, um mit Forti über den möglichen Verkauf eines Resorts auf Ibiza zu sprechen, das seinem Vater Tony Pike gehörte. Dieser war in den 1980-er Jahren bekannt geworden, unter anderem weil Freddie Mercury dort seinen 41. Geburtstag gefeiert hatte.<h3> Forti war 2024 nach Italien ausgeliefert worden</h3>Die Staatsanwaltschaft warf Forti vor, den gesundheitlich angeschlagenen Tony Pike betrügen zu wollen. Der Trentiner räumte nach langen Vernehmungen ein, Dale Pike am Flughafen abgeholt zu haben. Er bestritt jedoch, ihn getötet zu haben, und erklärte, er habe Pike in einem Restaurant zurückgelassen. Ein wichtiges Indiz im Verfahren war Sand in Fortis Auto. Dabei soll es sich um Sand von jenem Strand gehandelt haben, an dem Pikes Leiche gefunden wurde. Der in Florida zu lebenslanger Haft verurteilte Forti war 2024 nach Italien ausgeliefert worden.<BR /><BR />In den vergangenen Monaten hatte Forti bereits mehrere Erleichterungen erhalten. Ende Dezember bekam er vom Überwachungsgericht in Venedig die Genehmigung, außerhalb des Gefängnisses zu arbeiten. Vorgesehen waren unter anderem eine Berufsausbildung zum Pizzabäcker, ehrenamtliche Arbeit mit älteren Menschen und Windsurf-Unterricht für Menschen mit Behinderung. Bereits im Juni 2025 durfte Forti die Studienräume des Gefängnisses nutzen. Seit Februar sind zudem Besuche bei seiner Mutter in Trient möglich.<BR /><BR />Nun kommt ein weiterer Schritt hinzu: Forti darf tagsüber das Gefängnis verlassen und seiner Arbeit nachgehen. Die vollständige Freiheit ist damit allerdings noch nicht erreicht.