Mit einer feierlichen und emotionalen Sonntagsmesse in der Pfarrkirche von Kaltern haben sich Pfarrgemeinderat, zahlreiche Gläubige, Gemeindeverwalter und Abordnungen von Vereinen von den Tertiarschwestern verabschiedet. Der Gottesdienst, zelebriert von Dekan Alexander Raich, stand ganz im Zeichen des tiefen Dankes und der großen Wertschätzung für das jahrhundertelange Wirken der Schwestern in Kaltern. <BR /><BR />„Es ist heute ein denkwürdiger Tag der Kirchengeschichte“, sagte Dekan Raich in seiner Predigt: „Vor 303 Jahren, im Jahr 1723, sind die Schwestern nach Kaltern gezogen. Damals war Josef Anton Coreth Pfarrer und Dekan in Kaltern, heute darf ich mit euch die Heilige Eucharistie feiern.“ <BR /><BR />Viele Generationen von Kaltererinnen und Kalterern erinnern sich bis heute dankbar an ihre Schulzeit, in der die Schwestern nicht nur in der Volksschule und in der Nähschule unterrichteten, sondern vor allem Herzensbildung und Glauben vermittelten. Obwohl fünf der sieben verbliebenen Schwestern bereits über 90 Jahre alt sind, erfüllte jede von ihnen bis zuletzt eine wichtige Aufgabe im Kloster.<BR /><BR />Sowohl Dekan Raich als auch der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Roland Dissertori würdigten die Schwestern und ihre Dienste einzeln: Sr. Eva Maria (derzeitige Oberin) feierte kürzlich ihr 60-jähriges Professjubiläum und war in der Pfarrkirche gerne als Kommunionhelferin im Einsatz. Sr. Helene (ehemalige Oberin) war stark im Dorfleben integriert, früher als „Wimmerin“ aktiv und beim geselligen „Karterle“ anzutreffen. Sie konnte verletzungsbedingt den Gottesdienst nur über Radio mitfeiern. Sr. Maria Agnes und Sr. Maria Cäcilia widmeten sich intensiv dem Gebet. Sr. Cäcilia, im 101. Lebensjahr, stimmte zudem bis zuletzt die Lieder bei den Klosterandachten an und war früher im Dorf als „Goasslschnöllerin“ bekannt. Sr. Klara war dafür zuständig, dreimal täglich die Klosterglocke zu läuten. Sr. Adalberta pflegte mit viel Liebe den wunderschönen Klostergarten und Sr. Maria, eine begnadete Köchin, die vielen Kalterern durch ihre Fahrten mit dem Fahrrad und dem im Wind wehenden Schleier im Gedächtnis bleiben wird.<BR /><BR />Unter den Gästen und Mitfeiernden weilten auch Provinzoberin Sr. Klara Maria Rieder, Sr. Maria Francesca und Sr. Sieglinde. Sr. Klara bedankte sich herzlich bei Dekan Raich, beim Pfarrgemeinderat sowie bei den Abordnungen der Vereine und bei allen Gläubigen für diesen würdevollen Abschied. Besonders dankte sie Dekan Raich, dass er die Verantwortung als Rektor für die Klosterkirche übernommen hat. <BR /><BR />Zum Ende des Gottesdienstes überreichten der Dekan und der Pfarrgemeinderatsvorsitzende den Schwestern als Abschiedsgeschenk ein Bild des Klosters sowie eine süße Aufmerksamkeit.<BR /><BR />Nun heißt es mit Wehmut Abschied nehmen. Passend dazu wählte Dekan Raich die Lesung aus dem Buch Kohelet: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“ Für Kaltern ist nun die Zeit des tiefen Dankens gekommen, hieß es. <BR /><BR />Bei gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen fand die Feier auf dem Marktplatz von Kaltern schließlich einen würdigen Abschluss.