Dienstag, 17. Dezember 2019

Nach 33 Jahren US-Haft: Jens Söring wieder daheim in Deutschland

Der Deutsche Jens Söring, der in den USA wegen Doppelmordes 33 Jahre in Haft saß, ist nach seiner Entlassung im November nun in seine Heimat zurückgekehrt. Eine Linienmaschine aus Washington mit dem 53-Jährigen an Bord landete am Dienstag nach rund 7 Stunden Flug auf dem Frankfurter Flughafen.

Jens Söring auf einem Foto von 2003 im Gefängnis von Brunswick (Virginia)
Jens Söring auf einem Foto von 2003 im Gefängnis von Brunswick (Virginia) - Foto: © AP / Carlos Santos

Das zuständige Gremium im US-Bundesstaat Virginia hatte im November entschieden, den deutschen Diplomatensohn auf Bewährung freizulassen und abzuschieben. Begnadigt wurde er nicht. In Deutschland ist Söring ein freier Mann. In die USA darf er nie wieder einreisen.

Wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom im Jahr 1985 war er später zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Er beteuert bis heute seine Unschuld.

Seine Unterstützer und Freunde haben in Deutschland nach eigenen Angaben eine Wohnung, ein Handy und Kleidung für Söring besorgt. Der Ex-Häftling will demnach nach seiner Ankunft in Deutschland erst einmal Urlaub machen und dann durch das Land reisen und seine Unterstützer besuchen.

Festgenommen worden waren Söring und Haysom 1986 in Großbritannien. Dorthin waren sie geflüchtet, als sie wegen des Mordes unter Verdacht gerieten. Großbritannien stimmte der Auslieferung Sörings an die USA nur unter der Bedingung zu, dass die Todesstrafe nicht verhängt wird. Haysom wurde wegen Anstiftung zum Mord zu zweimal 45 Jahren Haft verurteilt. Die gebürtige Kanadierin soll nun ebenfalls abgeschoben werden. Der Fall erregte in den USA und international viel Aufmerksamkeit.

apa/dpa