Mittwoch, 12. Mai 2021

Nach Angriff auf Schule in Russland: 23 Verletzte in Kliniken

Nach dem blutigen Angriff auf eine Schule in Russland werden noch 23 Menschen in Krankenhäusern behandelt. Darunter seien 20 Schüler, sagte die Vize-Leiterin der Republik Tatarstan, Leila Faslejewa, am Mittwoch der Staatsagentur Tass zufolge.

Vor dem Gymnasium Nummer 175 legten Passanten Blumen und Plüschtiere nieder und entzündeten Kerzen.
Vor dem Gymnasium Nummer 175 legten Passanten Blumen und Plüschtiere nieder und entzündeten Kerzen. - Foto: © APA/afp / NATALIA KOLESNIKOVA
Stunden nach der Tat am Dienstag in der Großstadt Kasan war von 21 Verletzten die Rede gewesen. „Der Zustand aller ist stabil“, sagte Faslejewa. Es gebe unter den Opfern aber weiterhin Schwerverletzte. Ärzte wollten 8 Patienten zur Behandlung in die Hauptstadt Moskau verlegen.

Bei der Tat in einem Gymnasium in Kasan waren nach Angaben der Behörden 9 Menschen getötet worden – die meisten von ihnen Kinder. Die Polizei nahm demnach einen 19-jährigen Verdächtigen fest, der legal eine Waffe besessen hatte. Die Hintergründe des Angriffs waren zunächst unklar. Gegen den jungen Mann wird wegen Mordes ermittelt. Einen terroristischen Hintergrund schlossen die Behörden aus.

Mittwoch zum Tag der Trauer erklärt

Der Mittwoch war in Tatarstan etwa 700 Kilometer östlich von Moskau zum Tag der Trauer erklärt worden. In Kasan blieben die Schulen geschlossen. Die ersten Opfer in der muslimisch geprägten Region sollten beigesetzt werden. Vor dem Gymnasium Nummer 175 legten Passanten Blumen und Plüschtiere nieder und entzündeten Kerzen. Aus dem Ausland gab es vielfach Beileidsbekundungen.

Nach Angaben der Behörden soll die Schule nun saniert werden. Bilder aus dem Schulgebäude hatten verwüstete Gänge und zersplittertes Glas auf dem Boden gezeigt. Wie die Tageszeitung „Kommersant“ schrieb, war es zur Explosion einer selbst gebauten Handgranate gekommen.

Indes nahmen Sicherheitskräfte der Agentur Tass zufolge auf der von Russland einverleibten Halbinsel Krim einen Mann fest, der in sozialen Netzwerken mit der Explosion in einer Schule gedroht haben soll. Details dazu lagen zunächst nicht vor. In der Vergangenheit hatte es nach solchen Drohungen mehrfach Festnahmen gegeben.

dpa