Immer und immer wieder werden Busfahrer und Buskontrolleure Opfer von aggressiven Fahrgästen. Vergangene Woche wurde eine Lananerin von einem jungen Mann bei einer Busfahrt spätnachts bedroht. Die 48-jährige erzählt, was sich im Bus zugetragen hat und wie es ihr jetzt geht.<BR /><BR /><BR /><BR />Der Mann ohne Ticket schrie sie an, entriss ihr das Diensthandy und flüchtete. Fahrgäste warnten zudem, dass er ein Messer bei sich gehabt habe. Der Vorfall ereignete sich gegen 23.30 Uhr. „Allein sind wir Kontrolleure nie unterwegs – zum Glück“, erzählt die Lananerin, die seit etwa einem Jahr als Buskontrolleurin arbeitet und anonym bleiben muss. Gemeinsam mit einem Kollegen war sie im Bereich des Gerichts in Bozen in den Bus eingestiegen, um die Fahrgäste zu kontrollieren.<BR />Bei der Haltestelle Neustifterweg stürmte zunächst ein Fahrgast ohne Fahrschein aus dem Bus, den sie gerade kontrollierte. Und dort stiegen auch ein junger und ein älterer Mann zu, beide ausländischer Herkunft. „Ich habe den gerade zugestiegenen 26-jährigen Peruaner sofort kontrolliert“, blickt die 48-Jährige zurück. Als sie ihn aufforderte, den Fahrschein vorzuzeigen, eskalierte die Situation. <BR /><BR /><BR />„Er reagierte sehr aggressiv und schrie mich an“, berichtet die Kontrolleurin. „Der Mann wartete dann bis zur nächsten Haltestelle, riss mir plötzlich das Diensthandy aus der Hand und schubste mich. Ob er ein Messer gezückt hat, weiß ich nicht – die Fahrgäste sagten nur, dass er eines bei sich gehabt habe.“ Sobald sich die Türen des Linienbusses öffneten, habe der 26-Jährige sofort das Weite gesucht.<BR />Die beiden Kontrolleure stiegen aus, verfolgten den Mann jedoch nicht. „Ich stand unter Schock“, sagt die 48-Jährige. Aus Sicherheitsgründen hielten die beiden STA-Mitarbeiter Abstand zur Haltestelle und alarmierten die Carabinieri: „Man weiß ja nie, was im Kopf von solchen Leuten vorgeht.“<BR /><BR /><BR />Als die Einsatzkräfte eintrafen, begleiteten die Kontrolleure die Beamten zur Haltestelle. Dort entdeckte die Frau den Verdächtigen auf der gegenüberliegenden Straßenseite – Angaben zufolge in der Florenzstraße. „Ich machte die Carabinieri sofort darauf aufmerksam“, sagt sie. Die Carabinieri und die Kontrolleure gingen zu dem Mann. <BR /><BR /><BR />Bei der Durchsuchung wurde das gestohlene Diensthandy gefunden. Zudem soll auch ein Messer sichergestellt worden sein. „Der junge Mann war auch den Carabinieri gegenüber sehr aggressiv“, sagt die Kontrolleurin. Sie selbst wurde vom Weißen Kreuz ins Krankenhaus gebracht. „Verletzt war ich nicht, aber der Schock sitzt immer noch tief“, betont sie.<BR /><BR /><BR />Derartige Situationen seien kein Einzelfall mehr. „Es ist mittlerweile Normalität, dass man angefeindet wird – nachts ist das ein Dauerzustand, aber auch untertags kommt es vor“, betont die 48-Jährige. Anzeige wurde erstattet, angeblich sitzt der Peruaner in Haft. Große Kritik übt sie an den rechtlichen Rahmenbedingungen: „Laut Gesetz dürfen wir nichts bei uns tragen, um uns zu verteidigen, nicht einmal einen Pfefferspray.“