Mittwoch, 08. Juli 2020

Nach Badeunfall im Bozner Lido: Ermittlungen eingeleitet

Die Bozner Staatsanwaltschaft leitet Erhebungen zu dem schweren Badeunfall im Bozner Lido vom Montag ein, bei dem ein 4-jähriger Bub fast ertrunken wäre. Abgeklärt werden soll, ob alle gesetzlichen Normen, die den Badebereich betreffen, eingehalten wurden.

Nach dem tragischen Badeunfall im Bozner Lido wurden die Ermittlungen aufgenommen. - Foto: © DLife
Wie berichtet, hatten die Eltern aus Albanien, als sie das Kind nicht mehr sahen, die Bademeister alarmiert.

Wie lange es da schon weg bzw. ohne Beaufsichtigung war und wie viel Zeit der 4-Jährige regungslos im Wasser lag, bis er gefunden und reanimiert wurde, ist Gegenstand der polizeilichen Erhebungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft.

Ebenso muss geklärt werden, wie die Turnusse der Bademeister organisiert worden sind, wo sie sich zum Unglückszeitpunkt jeweils aufhielten bzw. ob es Bereiche gab, die sie von ihrer Position nicht oder nur schwer einsehen konnten.

Die Anzahl der Bademeister in einem Schwimmbad ist im Verhältnis zur zu überwachenden Wasseroberfläche gesetzlich geregelt. In Covid-Zeiten achten die Bademeister aber auch darauf, dass die Badegäste die Abstände entsprechend einhalten. Am Montag waren etwa 800 Badegäste im Bozner Lido. Insofern wird die Staatsanwaltschaft prüfen, ob ausreichend Personal im Dienst gewesen ist und wie es vor Ort eingeteilt wurde.

Die Dienstpläne der Bademeister bzw. deren Aussagen werden dazu beitragen, dass sich die Ermittler bald ein genaues Bild machen können. Hinzu kommt, dass sich der fatale Unfall in jenem Becken ereignet hat, wo die Rutsche, der Wasserstrudel und der Whirlpool derzeit – immer im Zuge der Covid-Vorbeugemaßnahmen – nicht benutzt werden dürfen.

Der Zugang zu diesem Beckenbereich ist durch Gitter und eine Kette abgesperrt. Zu klären ist, ob diese Sicherungsvorrichtung ausreichend war und ob trotz der – zumindest für Erwachsene – offensichtlichen Sperre des Bereiches jemand damit betraut war, über deren Einhaltung zu wachen.

Nach dieser detaillierten Abklärung des Sachverhaltes wird die Staatsanwaltschaft prüfen, ob es potenzielle Mitverantwortlichkeiten für den Unfall des 4-Jährigen gibt. Falls ja, werden die Namen der betroffenen Personen wegen schwerer fahrlässiger Körperverletzung ins Ermittlungsregister eintragen. Der 4-Jährige wird indes weiterhin in der Intensivstation der Klinik von Vicenza betreut. Er soll stabil sein und nicht in Lebensgefahr schweben, das Bewusstsein hat er jedoch noch nicht wiedererlangt.

Wie Sie Badeunfälle vermeiden, erklärt Schwimmstar Laura Letrari im STOL-Video:

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