Er ist froh, dass der Täter gefasst ist. „Wir müssen nicht mehr in Angst leben“, sagt er. Der 36-Nigerianer wurde in Bayern verhaftet. Täglich hat Waltraud Kranebitter Auer in den vergangenen Wochen von ihren Angehörigen Besuch bekommen. „Es geht aufwärts“, sagt ihr Ehemann Robert Auer,„aber es wird noch ein langer Weg werden.“ <BR /><BR /> Wenn sich Robert Auer an die ersten Stunden nach der Tat am 13. Februar erinnert, dann macht sich auch heute noch Verzweiflung in ihm breit. „Niemand wusste damals, ob meiner Frau bei der Attacke nicht schwere Kopfverletzungen zugefügt wurden, die bleibende Schäden zur Folge gehabt hätten“, sagt Auer. Dies habe sich nach eingehenden Kontrollen Gott sei Dank ausschließen lassen. Wenn Auer seine Frau heute sieht, mit den tiefen Narben im Gesicht, dann denkt er sich: „Es ist einfach brutal, welcher Hass bei dieser Tat im Spiel war.“ <BR /><BR />Der Genesungsprozess schreitet zwar voran, die Narben werden aber für immer zu sehen sein. Wie sich dieses Horror-Erlebnis auf die Psyche der 61-Jährigen auswirken wird, das lässt sich noch nicht abschätzen.<BR /><BR />Die Nachricht von der Verhaftung des Ex-Schwiegersohns, der der Tat dringend verdächtig ist, hat die Familie zufrieden zur Kenntnis genommen. Die Wochen nach der Tat lebten Robert Auer und seine Tochter ständig in Angst. „Es galt immer die Lage im Auge zu behalten und Sicherheitsvorkehrungen zu treffen“, berichtet Auer. Diese Situation scheint vorerst zu Ende zu sein. „Vorsichtig werde ich aber trotzdem bleiben“, meint er. <BR /><BR />Was schlussendlich zur Verhaftung des mutmaßlichen Tätes geführt hat, das weiß Auer nicht. „Über die gesammelten Beweise wurden wir nicht in Kenntnis gesetzt. Wichtig ist uns, dass er in Haft sitzt.“<h3> „Betreuung im Krankenhaus Bozen ist vorbildlich“</h3> Ihm und seiner Frau ist es ein besonderes Anliegen, nach dieser kritischen Zeit, dem Personal des Bozner Krankenhauses ein riesengroßes Kompliment auszusprechen. „Es wird so oft geschumpfen über den Sanitätsbetrieb und die Klinik. Was wir aber in den vergangenen Wochen erlebt haben, das war einmalig“, sagt Auer. Die fachliche Betreuung sei einwandfrei, die Pfleger seien herzlich und menschlich. Den Genesungsprozess seiner Frau würden mehrere Abteilungen begleiten, „sie spielen perfekt zusammen“, berichtet er. <BR /><BR />Lobende Worte findet Auer auch für die Ordnungskräfte. „Die Polizeiorgane haben uns von Anfang an unterstützt.“ Die ersten Tage nach der Tat, waren rund um die Uhr Beamten der Carabinieri vor der Wohnungstür postiert. Dies sei letzthin zwar nicht mehr der Fall gewesen, aber „die Polizei hat uns versichert, dass regelmäßig eine Streife in unsere Gegend patrouillieren wird.“ <BR /><BR />Eines möchte Auer auch noch los werden: „Sämtliche Polizeiprotokolle wurden in deutscher Sprache verfasst. Das hat mich sehr positiv überrascht.“ <BR /><BR />Wie es jetzt weitergeht, wird sich weisen. „Wichtig ist, dass der Täter nicht mehr frei herumläuft“, meint Auer.