<b>Herr Bürgermeister Stauder, wer ist der Schiedsrichter, der bei Ihnen Alarm geschlagen zur Situation auf den Fußballplätzen?</b><BR />Harald Stauder: Der Mann möchte anonym bleiben, aber er pfeift im Burggrafenamt und im Vinschgau. Er hat mir gesagt, dass die Situation immer krasser wird. Bei Spielen von 11-, 12-Jährigen kommen natürlich Geschwister und Eltern zum Zuschauen. Wenn er sich erlaube, gegen ein Kind zu pfeifen, ihm die gelbe oder gar die rote Karte zu zeigen, dann werde er von der Zuschauertribüne angefeindet. Das passt auf keine Kuhhaut. Das Aggressionspotenzial sei enorm. „Ti ammazzo“ sei nur eine Drohung, die ihm auf dem Platz zu gerufen werde.<BR /><BR /><b>Wer sind diese aggressiven Zuschauer?</b><BR />Stauder: Zum Großteil Familien mit Migrationshintergrund, deren Kinder in den Mannschaften mitspielen. Laut Schiedsrichter eskaliert die Situation verbal, es sei permanent eine Spannung da und man fühle sich extrem unwohl. Aber ich kenne auch Menschen aus der Mitte der Gesellschaft – Lehrerinnen, Pensionisten und nicht die Wirth Anderlans dieser Welt – die mir sagen, dass sie abends beispielsweise nicht mehr zu den Musikwochen oder ins Theater nach Meran gehen, weil sie einige Male angepöbelt worden sind. Das ist eine Situation, die wir uns nicht leisten können.<BR /><BR /><b>Was berichtete Ihnen der junge Fußballer?</b><BR />Stauder: Früher seien Familie, Freunde und Kollegen gekommen, wenn sie gespielt haben, Spiele seien ein gemeinsamer Ausflug gewesen, aber diese Zeiten seien vorbei, besonders wenn gegen Mannschaften mit besonders hohem Migrationsanteil gespielt werde, deren Eltern wüten extrem auf der Tribüne. Und außerhalb auf den Parkplätzen werde man regelmäßig beleidigt und teilweise bedroht. <BR /><BR /><b>Welche Beobachtung machte hingegen der Vertreter der Sicherheitsbehörden?</b><BR />Stauder: Er lebt seit 20 Jahren in Südtirol und er sagte mir, die Situation habe sich permanent verschlechtert. Aus all diesen Gründen fordere ich einen Burggräfler Sicherheitsgipfel, bei dem alle Sicherheitskräfte mit den Bürgermeistern zusammenkommen. Denn ich möchte nicht, dass in Zukunft Fußballspiele und Sportveranstaltungen von privaten Sicherheitsdiensten begleitet werden müssen. Es gilt mit absoluter Härte durchzugreifen.<BR /><BR />Eines der Opfer, das am Sonntag in den frühen Morgenstunden am Pfarrplatz von 30 bis 40 Unbekannten verprügelt und verletzt wurde, ist ein Fußballer der ersten Mannschaft des ASV Gargazon. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/gargazoner-fussballer-ploetzlich-spuerte-ich-heftigen-schlag-auf-den-hinterkopf" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Uns hat er von der gewaltsamen Nacht erzählt.</a>