Freitag, 21. August 2015

Nach Chemieunglück in China: überall tote Fische

Die Angst vor Giftstoffen geht nach dem Explosionsunglück in China um. Die Behörden beteuern, dass haufenweise tote Fische nichts mit dem Chemieunglück im Hafen zu tun hätten.

Foto: © APA/EPA

Auch mehr als eine Woche nach dem Explosionsunglück in China erschweren Schwelbrände die Suche nach 60 noch vermissten Opfern. Vier Brände flammten allein am Freitag auf, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Zahl der bestätigten Toten stieg auf 116.

Behörden bestreiten Zusammenhang

Viele Menschen in der Zehn-Millionen-Metropole Tianjin machen sich wegen giftiger Stoffe in Luft und Wasser Sorgen. Die Behörden bestritten, dass große Mengen angeschwemmter toter Fische an den Ufern des Haihe-Flusses in der Stadt im Zusammenhang mit den Explosionen in dem Chemikalienlager im Hafen stünden.

Messungen der Fischereibehörden hätten ergeben, dass die Fische an Sauerstoffmangel verendet seien, berichtete die „China Daily“ und veröffentlichte die Testergebnisse.

Experten erläuterten, hohe Schadstoffbelastungen im Wasser führten zu einem solchem Sauerstoffmangel. Das sei bei schlechter Wasserqualität im Sommer „nicht ungewöhnlich“.

Es seien keine schädlichen Zyanid-Werte im Wasser an der Stelle gefunden worden, wo die Fische mehrere Kilometer vom Explosionsort entfernt angeschwemmt wurden, berichtete das städtische Umweltamt.

In einer Wasserprobe an der Unglücksstelle hatten Prüfer allerdings am Donnerstag eine Konzentration von Zyanid festgestellt, die um das 356-Fache über dem Grenzwert lag, wie das Umweltministerium mitgeteilt hatte. An 19 von 26 Testpunkten rund um den Explosionsort wurde demnach Zyanid nachgewiesen.

dpa

stol