Am 1. Dezember ist das Skigebiet Ratschings-Jaufen in seine 50. Wintersaison gestartet. Was es am Samstag erlebt hat, hat es bis dato noch nie gegeben. <BR /><BR />Im Zuge kurzer, heftiger Windböen waren Bäume auf das Tragseil des 4er-Sesselliftes gefallen, der von Blosegg auf die Wasserfallalm führt. Dabei wurden 6 Skifahrer leicht und einer mittelschwer verletzt. 65 Personen mussten aus den Lift-Sesseln evakuiert werden.<BR /><BR />Laut dem Präsidenten der Liftgesellschaft Ratschings-Jaufen GmbH, Josef Schölzhorn, durften die 6 leichtverletzten Skitouristen bereits am Samstag das Krankenhaus wieder verlassen. Der siebte Patient soll gestern den Weg nach Hause angetreten haben.<BR /><BR />Die umgestürzten, umgeknickten und tief hängenden Bäume entlang der Lift-Trasse wurden entfernt. „Die Sessel des Liftes sind im Lager“, erklärt Schölzhorn. Wie lange der Lift geschlossen bleibt, ist noch offen. „Wir müssen uns jetzt die Zeit geben, alles zu kontrollieren“, betont Schölzhorn. Das Tragseil müsse durchleuchtet, die Rollbatterien auf Schäden kontrolliert werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="977860_image" /></div> <BR /><BR />Wann wegen der Feiertage eine Firma dafür Zeit habe, sei noch abzuklären. Sollte diese gröbere Mängel feststellen, sind diese zu beheben. Wenn nicht, muss das Amt für Seilbahnen die Wiederinbetriebnahme erlauben.<BR />„Alle Pisten sind geöffnet“, betont Schölzhorn, dass trotz Schließung des Wasserfalleralm-Liftes der Skibetrieb weiterläuft. Alle Lift-Schneisen seien kontrolliert worden, deren Breiten entsprechen dem Gesetz. Auch alle Lift-Revisionen seien gemacht.<h3> Windböen werfen Bäume um, Tragseil getroffen</h3>Wie Schölzhorn rekapituliert, wurden am Samstag rund eine halbe Stunde vor dem Lift-Unfall alle Anlagen am Berg wegen des Windes geschlossen. „Im Tal war es windstill“, erzählt Schölzhorn. Kurz nach 14 Uhr kam dann die erste Meldung: „Ein Baum liegt auf der Linie“. Gemeint war das Tragseil des 4er-Sesselliftes auf die Wasserfalleralm. Die erste, 10 bis 15 Sekunden lange Windböe wiederholte sich infolge mehrmals, weitere Bäume (auch mit Wurzelstock) wurden umgerissen. An die 5 trafen das Tragseil. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="977863_image" /></div> <BR /><BR />„Das war nicht vorhersehbar“, sagt Schölzhorn. In der Folge löste sich die Klemme eines Liftsessels, der auf die beiden nachfolgenden prallte. „Am Boden lag keiner.“ <BR />Ob in diesen Sesseln zum Zeitpunkt des Unfalls Menschen saßen, kann Schölzhorn nicht mit Sicherheit sagen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte waren sie leer. Da die Sessel nach dem Baumsturz nur 1,5 Meter über dem Boden hingen, könnten die Skifahrer auch abgesprungen sein.<BR /><BR />Rund 100 Einsatzkräfte – der BRD Ridnaun-Ratschings, der CNSAS Sterzing, der Notarzthubschrauber Pelikan 2, der Bergrettungsdienst der Finanzpolizei, die Feuerwehren von Innerratschings und Ratschings, das Weiße Kreuz und die Carabinieri – holten 65 Personen vom Lift und brachten sie im Motorschlitten oder mit der Schneekatze ins Tal. „35 Minuten nach der Alarmierung waren die ersten Skifahrer bereits evakuiert“, erzählt Schölzhorn. Nach 2 Stunden und 15 Minuten waren alle geborgen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="977866_image" /></div> <BR /><BR />Jene, die den Baumsturz erlebt hatten, waren im ersten Moment geschockt, die anderen erlebten einen Lift-Stopp und wurden von den Einsatzkräften über den Vorfall informiert. Einige fragten auch telefonisch bei der Liftgesellschaft nach, was passiert sei.<BR /><BR />„8 Gäste aus meinem Betrieb, die auch evakuiert wurden, waren überrascht, wie schnell und reibungslos alles – und das von Freiwilligen – abgewickelt worden ist“, sagt Schölzhorn. Er dankt allen Helfern und dem Lift-Personal für die Super-Arbeit. Die jährlichen Einsatzübungen hätten sich bewährt: „Jeder wusste, was zu tun war“. Den Verletzten wünscht Schölzhorn eine gute Genesung. Gleichzeitig weist er Meldungen zurück, laut denen bei der Evakuierung Personen verletzt worden seien. <BR /><BR />