Montag, 07. Dezember 2020

Lage weiter angespannt – A22 wieder offen – Bahnverkehr steht (fast) still

In der Nacht auf Montag sind die heftigen Niederschläge in Südtirol vom Wochenende vielerorts abgeklungen, die Lage entspannt sich jedoch nur langsam. In der Nacht auf Montag ist es zu rund 30 Einsätzen der Feuerwehren gekommen.

Eine Mure hat die Zuggleise am Virgl verlegt, der Zugverkehr in Südtirol steht (fast) vollständig still. - Foto: © Privat
2500 Mitglieder von 200 Freiwilligen Feuerwehren waren am Sonntag bis 18 Uhr bei 600 Einsätzen, bei der Einheitlichen Notrufnummer 112 gingen 633 Anrufe ein, wie der Leiter des Stabes im Landeslagezentrum Florian Alber am Sonntagabend erklärte.

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In der Nacht auf Montag kam es landesweit zu rund 30 Einsätzen der Feuerwehren, vor allem im Pustertal und dem Ahrntal, meist wegen umgestürzter Bäume.

Zwar handelte es sich somit um „kleinere“ Einsätze, berichtet Einsatzleiter Fabian Faustini im Landeslagezentrum am Montag: „Die Lage ist aber weiterhin angespannt.“

Vor allem mehrere Lawinengänge in Ulten, Martell, Schnals und dem hinteren Passeiertal waren Grund zur Sorge, so Faustini. Verletzt wurde glücklicherweise aber niemand.

Auch am Sonntag mussten die Wehren zu zahlreichen Einsätzen ausrücken, wie etwa im Burggrafenamt.

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A22 wieder offen, viele Haushalte ohne Strom

Auch am Montagmorgen sind zahlreiche Straßen noch blockiert, auch haben viele Haushalte in ganz Südtirol noch immer keinen Strom, auch gab es stellenweise Probleme mit dem Mobilnetz.

Bis auf die Verbindung Sigmundskron – Meran stehen zudem alle Züge im Land still, es wurden Schienenersatzverkehrsdienste mit Bussen eingerichtet.

Eine Mure hat die Gleise in Bozen am Virgl verlegt, diese müssen geräumt werden.

Die Staatsstraßen ins Vinschgau und ins Pustertal sind befahrbar, ebenso die Brennerstaatsstraße bis Gossensaß.

Seit dem Vormittag ist die Nordspur der A22 zwischen Sterzing und Brenner wieder befahrbar, somit ist die Brennerautobahn wieder normal für den Verkehr geöffnet.

Am Samstag wurde der Zivilschutzstatus von Aufmerksamkeitsstufe Alfa auf Voralarm Bravo gehoben. Diese gilt bis heute, 12 Uhr. Bei einer Besprechung am Montagvormittag wird entschieden, ob der Status zurückgestuft wird oder erhalten bleibt.

Die Lawinengefahr in Südtirol bleibt weiterhin erheblich bis groß.

„Mehr Niederschläge als in jedem anderen Wintermonat seit 100 Jahren“

Als „denkwürdiges Wochenende“ bezeichnet Landesmeteorologe Dieter Peterlin die vergangenen Tage.

„Wie extrem das Südstauereignis war zeigt der Blick auf die Station Meran. Mit 229 (!) l/m² ist innerhalb von nur 3 Tagen fast ein Drittel des Jahresniederschlag gefallen“, berichtet der Wetterexperte.


Gleichzeitig habe es mehr geregnet und geschneit als in jedem anderen Wintermonat seit 100 Jahren (Messbeginn 1921): „Bisheriger Rekord: Februar 1925 mit 214 l/m².“

Auch am Montag und Dienstag Niederschlag

Nun seien die intensivsten Niederschläge zwar vorbei, aufgrund einer feuchten Südströmung muss jedoch auch am heutigen Montag und vor allem am Dienstag wieder mit etwas Regen und Schneefall gerechnet werden, am meisten wieder im Südstau in Ulten und den Sextner Dolomiten.

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liz

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