Was wochenlang ausblieb, kam nun mit voller Wucht: Eine heftige Gewitterlinie hat Südtirol am Montag erreicht und hielt das Land auch gestern noch fest im Griff. Während es zwar auf der einen Seite Erleichterung für die angespannte Wassersituation brachte, sorgte der Regen auch für viele Probleme. <BR /><BR />Gesperrte Straßen, überflutete Keller und Murenabgänge hielten die Einsatzkräfte im ganzen Land auf Trab. Besonders betroffen waren mehrere Ortschaften im Sarntal sowie im Gadertal, wo teils umfangreiche Aufräum- und Sicherungsarbeiten notwendig waren. Zahlreiche Feuerwehren standen im Einsatz. Am Timmelsjoch brachte die Schlechtwetterfront sogar den Schnee zurück.<BR /><BR />Landesweit gab es ergiebige Niederschläge: Gestern fielen in Bruneck 46 Millimeter Regen. Ähnliche Mengen wurden auch in Bozen mit 40, Brixen mit 36 und Toblach mit 34 Millimetern gemessen. Kräftig geregnet hat es zudem in Sterzing (22 Millimeter) und Meran (20 Millimeter). Weit trockener blieb es im Vergleich dazu mit 15 Millimetern in Schlanders und mit 14 in St. Valentin auf der Haide.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1322694_image" /></div> <BR /><BR />Besonders deutlich waren die Regenmengen in Flüssen und Bächen erkennbar. Deren Durchflussmengen waren innerhalb von nur wenigen Stunden massiv angestiegen (siehe Grafik). „In den vergangenen Wochen war aufgrund des wenigen Niederschlags beziehungsweise des geringen Schmelzwassers so wenig Wasser in den Flüssen wie selten zuvor“, sagt Landesmeteorologe Dieter Peterlin. Umso eindrücklicher zeigte sich die Wirkung der starken Regenfälle auch bei den Wasserständen in Bächen und Flüssen. Innerhalb nur eines Tages stiegen die Pegel in den meisten Gewässern im Land stark an und verdoppelten sich teilweise sogar. So erreichte etwa die Etsch am Zusammenfluss mit dem Eisack am Nachmittag die Vorwarnstufe.<BR /><BR />Kritisch war die Situation aber auch andernorts. Der Wasserstand der Talfer kletterte von 70 auf 115 Zentimeter. Am Eisack stieg der Pegel bei Bozen Süd von 220 auf 350 Zentimeter, in Brixen von 170 auf 250. Die Rienz stieg innerhalb eines Tages von 120 auf 210 Zentimeter, der Pegel der Passer von 50 auf 80. Den höchsten Wasserstand erreichte die Etsch bei Salurn mit 445 Zentimetern. Am Dienstag waren dort noch 300 Zentimeter gemessen worden.