Die beiden deutschen Manager fuhren weiter – ohne zu helfen. Vor Gericht erklärten sie, vom Zusammenstoß mit dem Boot nichts gemerkt zu haben. Zu 4 Jahren und 6 Monaten wurde der Lenker des Schnellbootes, P. K., rechtskräftig verurteilt. Gegen den Inhaber des Bootes, den Münchner Unternehmer C. T., verhängte ein Berufungsgericht in der norditalienischen Stadt Brescia eine Strafe von 2 Jahren und 11 Monaten. Die Strafen sind inzwischen rechtskräftig.<BR /><BR />Jetzt fordert der Inhaber der Jacht das seit dem Unfall beschlagnahmte Todesboot zurück. Denn die Riva-Jacht mit ihren 300 PS gilt als „Rolls-Royce“ der Motorboote und hat einen großen Wert. Der Fall beschäftigt jetzt die Justiz: Der Kassationsgerichtshof hat ein Gutachten angeordnet. Damit soll festgestellt werden, ob die „Orso“ an sich gefährlich ist. Denn die grünen und roten Positionslichter des Motorbootes waren angeblich nicht zugelassen. Der Gutachter soll klären, ob dies zum verhängnisvollen Unfall führte.<h3> Anwalt sieht gute Chance auf Aushändigung</h3>„Die Riva ist ein Wrack, es gibt keinen rechtlichen Grund, die Beschlagnahmung nicht aufzuheben“, sagte der Anwalt des Besitzers, Alessandro Silveri Gentiloni. Er erklärte sich zuversichtlich, dass das Gericht in Brescia dies einsehen werde. Der Prozess um den Tod des jungen Paares sei abgeschlossen, sein Mandant habe das Recht, sein Motorboot zurückzuerlangen, ein Juwel italienischer Nautik. <BR /><BR />Das Boot der Luxusmarke Riva befindet sich zurzeit in einer beaufsichtigten Bootshalle am Gardasee. Sein Mandant warte inzwischen auch auf einen Beschluss eines Sondergerichts, das prüfen müsse, wie er seine Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verbüßen solle, erklärte Anwalt Silveri Gentiloni. Er hat beim Gericht einen Antrag auf Sozialdienst für seinen Klienten eingereicht. „Wir warten jetzt auf einen Beschluss. Mein Mandant hat volles Vertrauen in die italienische Justiz“, betonte der Anwalt.<h3>Eltern der Opfer fordern Einzug des Bootsführerscheines</h3>Anders sehen die Lage die Eltern der Todesopfer. Die Familie von Greta Nedrotti befürchtet, dass der Münchner, der das Motorboot zum Zeitpunkt des Unfalls fuhr, wieder ans Steuer zurückkehren könnte. Die Familie wirft außerdem dem Eigentümer des Bootes Missachtung im Umgang mit den Regeln der Navigation vor. <BR /><BR />In der Todesnacht sollen die Positionslichter des Bootes für Greta und Umberto nicht sichtbar gewesen sein, sodass sie keine Chance zum Ausweichen hatten. Der Bootsführerschein des Besitzers solle zudem eingezogen werden, fordern die Eltern.<h3> Tragödie führt zu verschärftem Gesetz</h3>Die zwei Münchner hatten auf der Fahrt nach Garda in der Nacht des 19. Juni 2021 das Holzboot des Liebespaares gerammt. Garzarella starb sofort an seinen schweren Verletzungen. Seine Freundin ging gegen 23.30 Uhr über Bord. Ihre Leiche wurde später im Hafen von Portese gefunden. Die Manager fuhren nach dem Zusammenstoß einfach weiter. Vor Gericht sagten sie, sie seien damals von einem Zusammenstoß mit Treibholz ausgegangen. <BR /><BR />Aus dieser Tragödie entstand das Gesetz 138/2023, das Tötungsdelikte auf dem Wasser mit solchen auf der Straße gleichsetzt und die Strafen für betrunkene oder unter Drogeneinfluss stehende Fahrerinnen und Fahrer in Italien verschärft.