Wie im Laufe des Verhörs vor U-Richterin Elsa Vesco eingeräumt wurde, soll die Lehrerin ein starkes Abhängigkeitsproblem haben. Auch nutze sie aus therapeutischen Gründen medizinisches Cannabis. <BR /><BR />Der Verteidiger der Lehrerin, der niedergelassene Rechtsanwalt Abogado Sebastian Ochsenreiter, führte ins Feld, dass seine Mandantin keinen Anlass habe, mit Drogen zu dealen. Dies belegte er anhand ihrer Steuererklärung. Die Frau verfüge über ein ausreichendes Einkommen, habe eine Eigentumswohnung und gehe stundenweise auch einen Nebenjob nach.<BR /><BR /> Die Lehrerin habe die Drogen auf Vorrat für den Eigengebrauch im Haus gehabt. Das werde nicht zuletzt dadurch belegt, dass das gefundene Rauschgift nicht – wie normalerweise bei Drogenhändlern – gebrauchsfertig in Dosen abgepackt gewesen sei. <BR /><BR /> Ochsenreiter beantragte, dass seiner Mandantin der Hausarrest zugestanden werde. Die Staatsanwaltschaft sprach sich dagegen aus, weil potenzielle Tatwiederholungsgefahr drohe.<BR /><BR /> U-Richterin Vesco bestätigte die Rechtmäßigkeit der Festnahme und gab dann dem Antrag der Verteidigung statt. Die Lehrerin wurde aus dem Trienter Frauengefängnis entlassen und in den Hausarrest überstellt. <BR /><BR />Wie berichtet, hatte die Polizei zuerst im Auto der Frau Kokain gefunden und dann eine Hausdurchsuchung in ihrer Wohnung im Überetsch durchgeführt. Dabei wurden weitere 20 Gramm Kokain, 10 Gramm Ecstasy, 200 Gramm Haschisch und 100 Gramm Marihuana sowie 500 Euro Bargeld sichergestellt. Bargeld, das – wie ihr Verteidiger gestern präzisierte – nicht versteckt gewesen sei, sondern sich in einem Sparschwein befand. <BR /><BR />Quästor Paolo Sartori hatte angekündigt, er werde gegen die Frau ein Aufenthaltsverbot für die nächsten 3 Jahre in Bozen verhängen – ein existenzielles Problem für die Lehrerin, die in einer Bozner Oberschule arbeitet.