M.D. wird zur Last gelegt, Manfred Rigger am Abend des 28. Mai 2026 vor der Bar bei der Q8-Tankstelle an der Brennerstraße in Kardaun ins Gesicht geschlagen zu haben. <BR /><BR />Zeugen zufolge sei der Tätlichkeit ein Zuruf Riggers an M.D. voraus gegangen. Rigger sei gestürzt, ohne sich vorher abstützen zu können. Er schlug mit dem Kopf heftig auf den Asphalt auf. Trotz einer zweiwöchigen Behandlung im Bozner Spital erlag der 67-Jährige letztendlich seinen Verletzungen. Damit änderte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungshypothese ab – von ursprünglich Mordversuch in Körperverletzung mit Todesfolge.<BR /><BR />Nachdem M.D. vor der ermittelnden Staatsanwältin ausgesagt hatte, beantragte sein Verteidiger Dominik Schöpf bei U-Richter Emilio Schönsberg die Enthaftung seines Mandanten und dessen Überstellung in den Hausarrest – mit der Erlaubnis, tagsüber zur Arbeit gehen zu können. Eine potenzielle Tatwiederholungsgefahr liege nicht vor, argumentierte der Verteidiger. Der Richter gab dem Antrag kürzlich statt. Es ist nicht auszuschließen, dass die Verteidigung – sobald die Staatsanwaltschaft in dem Fall Anklage erhoben hat – ein verkürztes Verfahren beantragen könnte.<BR /><BR />Belastet wird M.D. sowohl durch Zeugenaussagen als auch durch das Video einer Überwachungskamera der Tankstellenbar. Wie darauf zu sehen sein soll, habe M.D. mit der rechten Hand ausgeholt und Rigger einen Schlag gegen die linke Schläfe versetzt. Wie deutlich die Aufnahme ist, war vorerst nicht klar.<BR /><BR /> Die Verteidigung spricht von einer Ohrfeige mit der flachen Hand, durch die Rigger das Gleichgewicht verloren habe. Zeugen wollen hingegen einen sehr heftigen Schlag beobachtet haben, und damit nicht genug: M.D. habe auch eine Person tätlich angegriffen, die versucht habe, M.D. aufzuhalten. Diese Person hat inzwischen Anzeige erstattet, da sie dabei verletzt worden sei. <BR /><BR />Noch ausständig ist indes der Abschlussbericht zur Autopsie an Riggers Leichnam. Ermittler und Hinterbliebene des Opfers, die von Rechtsanwalt Marco Mayr vertreten werden, erwarten sich davon genauere Erkenntnisse. Nach der Autopsie im Juni hatte sich der Rechtsmediziner 90 Tage für die Fertigstellung des Berichts ausbedungen.