Donnerstag, 20. August 2020

Überfall mit Messer in Bozen: Täter verletzt nach Festnahme 4 Gefängniswärter

Mit seiner Festnahme war der 35-jährige Mann aus Ghana, dem unter anderem vorgeworfen wird, am Dienstag den Überfall auf das Elektrogeschäft Rottensteiner in Bozen begangen zu haben, alles andere als einverstanden.

An der Kasse zückte der Mann nicht die Geldtasche, sondern das Küchenmesser.
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An der Kasse zückte der Mann nicht die Geldtasche, sondern das Küchenmesser.
Als die Gefängniswärter ihn entsprechend den Vorschriften durchsuchen wollten, schlug er wie wild um sich und verletzte 4 Personen.

Dank der Verfolgungsjagd und des raschen Eingreifens der Polizei konnte der Mann gleich nach dem Überfall auf das Geschäft in der Südtiroler Straße gefasst werden. Weitere Ermittlungen der Polizei legen zudem nahe, dass dies nicht sein erster Überfall war. Daher klickten für den 35-Jährigen noch vorgestern die Handschellen und nachdem die Polizeibeamten mit dem nötigen Prozedere fertig waren, übergaben sie den Mann dem Personal des Bozner Gefängnisses. Dort werden neue Insassen ebenfalls noch einmal kontrolliert. Doch der 35-Jährige wollte sich dies nicht gefallen lassen, er soll mit unglaublicher Vehemenz auf 4 Gefängniswärter eingeschlagen und -getreten haben.

„Die Kollegen berichten von einer noch nie gesehenen Brutalität“, weiß Domenico Mastrulli, Generalsekretär der gesamtstaatlichen Polizeigewerkschaft.

10 Tage Heilungsdauer haben die Ärzte im Krankenhaus bei allen 4 Gefängniswärtern attestiert, einer wurde dabei von einem Faustschlag mitten im Gesicht getroffen. Die Wunde musste mit 40 Stichen genäht werden. Schlussendlich gelang es den Gefängnispolizisten, unterstützt von herbei geeilten Kollegen, den Mann in seine Zelle zu bringen. Er wird sich auch für diesen Angriff vor Gericht verantworten müssen.

Doch die Brutalität des Mannes ist die eine Seite der Medaille, die andere, so betont der Generalsekretär, ist der akute Personalmangel im Bozner Gefängnis, der unter anderem teilweise zu einer Notbesetzung am Abend führe. „Wir sind Polizisten, kein Kanonenfutter für Häftlinge“, ärgert er sich über die Zustände – nicht nur – in Bozen. Allein in diesem Gefängnis fehlen laut Gewerkschaft 15 Polizisten. Zudem fordert Mastrulli, die Wärter angemessen – mit mit Elektroschockpistolen – zu bewaffnen. „Damit hätte man den Angreifer sofort ruhig gestellt“, so Mastrulli.

Zuvor hatte der Mann an der Kasse eines Elektrogeschäftes in Bozen plötzlich ein Messer gezückt und die Verkäuferin damit bedroht. ( STOL hat berichtet)

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