Montag, 09. Dezember 2019

Lampedusa: Schlepper festgenommen

Ein 22-jähriger Tunesier ist am Montag aufgrund des Vorwurfs festgenommen worden, das Flüchtlingsschiff mit 170 Menschen an Bord gesteuert zu haben, das am 23. November vor der Insel Lampedusa gekentert ist.

Rettungswesten, die nach dem Unglück am 23. November auf Lampedusa angeschwemmt wurden.
Rettungswesten, die nach dem Unglück am 23. November auf Lampedusa angeschwemmt wurden. - Foto: © APA/afp / MARCO GULLA

20 Migranten kamen dabei ums Leben. Die Festnahme wurde von der Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Agrigent angeordnet, die die Ermittlungen in Zusammenhang mit dem Unglück leitet.
Die Ermittler suchen nach weiteren möglichen Schleppern, die sich unter die 149 Überlebenden des Unglücks gemischt haben könnten.

Taucher der italienischen Küstenwache hatten in den vergangenen Tagen rund um das Wrack des Flüchtlingsschiffes 18 Leichen in einer Tiefe von 40 Metern geborgen. Die Suche nach den Leichen erfolgte mithilfe von Unterwasser-Robotern der italienischen Küstenwache.

Das Schiff mit den Migranten an Bord hatte keinen Hilferuf abgesetzt. Es kenterte aufgrund der hohen Wellen und des starken Windes eine Seemeile vor Lampedusa. 2 Fischerboote schlugen Alarm und eilten den Migranten zu Hilfe. Die Suche nach Überlebenden wurde mit Schiffen und Flugzeugen der italienischen Küstenwache durchgeführt. Erschwert wurde die Suche jedoch durch das Unwetter. Die Überlebenden wurden in einem Flüchtlingslager auf der Insel untergebracht.

apa