Sonntag, 20. März 2016

Nach Flugzeugabsturz: Russland trauert

Russland trauert um 62 Opfer einer Flugzeugkatastrophe in Rostow am Don. Eine Boeing 737-800 aus Dubai stürzte am Samstag bei Sturm auf den Flughafen der Millionenstadt 1.000 Kilometer südlich von Moskau.

62 Tote forderte der Flugzeugabsturz in Russland.
62 Tote forderte der Flugzeugabsturz in Russland. - Foto: © APA/AFP

Die Maschine zerschellte in einem Feuerball, Überlebende gab es nicht. Das Unglück geschah, als der Pilot einen zweiten Landeanflug in schwerem Wetter abbrechen wollte.

Während Experten am Sonntag nach der Ursache suchten, legten Trauernde in Rostow Blumen nieder und verharrten schweigend vor Tafeln mit den Namen der Opfer. Die Maschine gehörte dem Billigflieger FlyDubai, nach dessen Angaben 55 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder an Bord waren.

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Die Hinterbliebenen legen Blumen, Kerzen und Kuscheltiere in Gedenken an die Verstorbenen vor den Flughafen. - Foto: APA/afp

Die meisten waren russische Touristen auf dem Heimflug vom Persischen Golf. Im Flughafengebäude kümmerten sich Notfallärzte und Psychologen um verzweifelte Angehörige. Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew ordneten schnelle Hilfe für die Betroffenen an.

Zwei Flugschreiber gefunden - Auslesen der Daten noch verzögert

Die zwei Flugschreiber der fünf Jahre alten Boeing wurden gefunden und zur Auswertung nach Moskau gebracht. Die Geräte seien von außen beschädigt, das Auslesen der Daten könne nicht sofort beginnen, sagte ein Vertreter der Moskauer Luftfahrtaufsichtsbehörde MAK am Sonntag der Agentur Interfax.

Der Sturm über Südrussland in der Nacht auf Samstag traf mehrere Flugzeuge. Einige landeten in Rostow – wobei Passagiere hinterher berichteten, sie hätten in den Böen Todesangst ausgestanden. Ein Airbus der russischen Aeroflot aus Moskau versuchte dreimal zu landen und wich dann nach Krasnodar aus, etwa 250 Kilometer entfernt. Dorthin wurde auch ein Flugzeug von Czech Airlines aus Prag umgeleitet. Eine Maschine aus Istanbul kehrte um.

Die Ermittlungen gehen weiter. Das Flugzeug zerbarst in tausend Stücke. - Foto: APA/afp

Die Boeing aus Dubai hatte der Pilot nach einem missglückten Anflug zunächst zwei Stunden über der Region kreisen lassen, er hielt mit dem Tower Kontakt wegen der Wetterlage. Eigentlich habe der Kapitän auch den verhängnisvollen zweiten Anflug abbrechen wollen, berichtete der TV-Sender Rossija24 unter Berufung auf Ermittler.

„In dem Moment, als er eine weitere Schleife fliegen wollte, ist etwas geschehen, und die Maschine ist abgestürzt“, sagte ein Korrespondent.

20.000 Dollar Soforthilfe für Hinterbliebene

Als Soforthilfe stellte die Gesellschaft den Familien jedes getöteten Passagiers 20.000 Dollar (etwa 17.750 Euro) in Aussicht. Die Fluggäste waren nach Angaben von FlyDubai 33 Frauen, 18 Männer und vier Kinder. Neben Russen saßen acht Ukrainer, zwei Inder und ein Usbeke in der Maschine. Die Besatzung von Flug FZ981 kam unter anderem aus Griechenland, Spanien, Zypern, Russland und Kirgistan.

apa/dpa

stol