Samstag, 21. April 2018

Nach Frauenmord: Brixen unter Schock

Brixen steht unter Schock. Seit am Freitagvormittag die Nachricht von einem möglichen Mord im Stadtteil Stufels die Runde machte und anschließend der Name des Paares bekannt wurde, ist der Vorfall Gesprächsthema Nummer 1 in der Stadt.

In dieser Erdgeschosswohnung, in der Monika Gruber lebte, ist die schreckliche Bluttat geschehen. - Foto: DLife
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In dieser Erdgeschosswohnung, in der Monika Gruber lebte, ist die schreckliche Bluttat geschehen. - Foto: DLife

Brixen ist in Aufruhr, viele können nicht glauben, was passiert ist. Der mutmaßliche Mord des Ehemanns Robert Kerer an Monika Gruber schockiert Freunde und Nachbarn. (STOL hat berichtet)

Mehrere Messerstiche in den Hals

Mittlerweile ist bekannt, dass mehrere Messerstiche in den Hals zum Tod von Monika Gruber geführt haben sollen. Genaueres wird nach der Autopsie feststehen, bei der auch der Todeszeitpunkt geklärt werden muss. Es soll Hinweise geben, wonach die 57-Jährige  schon einige Tage vor ihrer Auffindung getötet worden sein könnte. 

9 Parteien wohnen in der Residenz „Dominik“ in der Oberen Schutzengelgasse. In der Nacht auf Freitag hat dort kaum einer der Hausbewohner ein Auge zugetan. Bis in die Morgenstunden waren in der Wohnung, in der Monika Grubers Leiche gefunden worden war, die Spurensicherer der Carabinieri am Werk.

Nachbarin: „Mir ist nie etwas Außergewöhnliches aufgefallen“

„Meine Eltern wohnen seit Jahrzehnten hier in Stufels und auch ich bin hier groß geworden. Hier ist es äußerst ruhig, und es passiert nie was“, berichtet Carmelina Russo. Ihr sei bei den täglichen Besuchen bei ihren Eltern, die im Nachbarhaus der Residenz „Dominik“ wohnen, nie etwas Außergewöhnliches aufgefallen. Sie habe Robert Kerer nur vom Sehen gekannt. In der Nacht hatten ihre Eltern auch nichts von dem Carabinieri-Aufgebot an dem Haus bemerkt.

Robert Kerer. - Foto: Facebook

Völlig überrascht von dem Carabinieri- und Journalisten-Aufgebot am gestrigen Freitag vor dem Haus war Giovanni Chicchio, der einen Autostellplatz in der Tiefgarage der Residenz gemietet hat. „Ich komme fast täglich zu dem Haus und habe noch nie Streitereien oder anderes gehört. Es ist ein äußerst ruhiges Haus“, berichtet Giovanni Chiccio. Das Paar habe er nicht gekannt.

„Äußerst freundliches Ehepaar“

Renzo Scattolo aus Stufels kannte das Paar. Er beschreibt Monika Gruber und Robert Kerer als äußerst freundlich. Robert Kerer sei sehr hilfsbereit gewesen und habe immer sehr ruhig und besonnen gewirkt. „Natürlich kann man in keinen Menschen reinschauen, aber er wirkte auf mich sehr ausgeglichen“, berichtet er. Beim Vorbeigehen sei Kerer oft stehen geblieben und habe ein paar Worte mit Renzo Scattolo gewechselt. „Wie man es eben unter Nachbarn macht, aber wir haben uns nicht gut gekannt“, sagte er.

Eine weitere Bewohnerin von Stufels berichtet ebenfalls davon, das Robert Kerer auf sie stets freundlich gewirkt habe. Sie habe ihn aber in jüngster Zeit immer wieder in Bars angetroffen. Oftmals habe er dort viel Alkohol getrunken. „Er trank zwar manchmal, doch ich habe nie etwas gehört, dass er in Schlägereien verwickelt gewesen oder gewalttätig geworden sei. Das kann ich mir nicht vorstellen. Er war sehr hilfsbereit“, sagte die Frau. In früheren Jahren habe er schon immer wieder einmal mit der Polizei zu tun gehabt.

„Die beiden hielten zusammen wie Pech und Schwefel“

Eine Brixnerin erinnert sich, dass Kerer im Mordprozess Enrico Costa ausgesagt habe und in jüngster Zeit auf sie bedrückt gewirkt habe. „Ich kenne das Paar von früher. Während der Zeit des Costa-Prozeses hielten Monika und Robert zusammen wie Pech und Schwefel. Ich kann mir nicht vorstellen, was jetzt zu einem solchen Drama geführt hat“, sagte die Brixnerin sichtlich geschockt. Sie habe gehört, dass Gruber gesundheitlich angeschlagen gewesen sei, was Robert Kerer sehr zugesetzt habe. Was aber an den Gerüchten dran sei, konnte sie sich nicht erklären.

Paar hat 2 gemeinsame Söhne

Kerer stammt aus Mellaun. Er hatte die Berufsschule in Brixen besucht und hatte über 7 Jahre im Baumarkt OBI gearbeitet. Dort soll es dann zu einigen Problemen gekommen sein. 2013 verließ er den Baumarkt und vertrat anschließend die Firma Rohrfrei. Weniger bekannt in Stufels ist Monika Gruber. Sie hatte zuerst in einem Modegeschäft in Brixen und seit einiger Zeit in einem Supermarkt gearbeitet. Dort zeigte man sich geschockt und wollte nichts sagen. Das Paar hat 2 erwachsene Söhne.

Motiv unklar

Das  Motiv für die  schreckliche Bluttat liegt vorerst im Dunklen. Geprüft wird, ob ihr möglicherweise ein gesundheitlicher Auslöser zugrunde liegt. Einige Personen, die von den Ermittlern angehört wurden, sollen erklärt haben, dass Monika Gruber seit längerer Zeit sehr angegriffen ausgesehen haben soll. Daraus hätten sie auf eine  schwere Krankheit geschlossen. Gruber sei sehr mager und geschwächt gewesen. Das Ergebnis der Autopsie, die für Montag anberaumt ist, dürfte sicher dazu beitragen, diesen Punkt abzuklären

D/mpi/rc/aw

stol