Von <b>Micaela Taroni</b><BR /><BR />Seit rund 20 Jahren hatte niemand aus dem Familien- oder Freundeskreis das Ehepaar besucht, das bewusst jeglichen Kontakt zur Außenwelt abgebrochen hatte und wie Einsiedler in der Villa in den Valpolicella-Hügeln lebte <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mumifizierte-leichen-in-verona-villa-kommt-nicht-zur-ruhe" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet</a>).<h3> WWF erbt vermögen des wohlhabenden Ehepaares</h3> Laut Ermittlungen war das Paar rund drei Monate vor dem Leichenfund an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Inzwischen steht jetzt fest, dass der Umweltschutzverband WWF das beträchtliche Vermögen des Ehepaars geerbt hat. Marco Steffenoni und Maria Teresa Nizzola verfügten in ihrem Testament, ihr gesamtes Vermögen dem WWF zu vermachen. Beide waren seit den 1980er Jahren Mitglieder der Naturschutzorganisation. <BR /><BR />Das Grundstück, auf dem die Villa des Ehepaars steht, soll in ein Naturschutzgebiet umgewandelt werden. Nach Angaben des WWF umfasst der Nachlass Vermögenswerte von rund 1,5 Millionen Euro. Dazu gehören neben der Villa weitere Immobilien und Grundstücke in der Provinz Mantua, der Herkunftsstadt von Maria Teresa Nizzola. Die Erträge aus der Vermietung der Immobilien sollen nach dem letzten Willen des Ehepaars dauerhaft dem Unterhalt des künftigen Naturschutzgebiets dienen.<h3> Die Eheleute starben nur wenige Stunden nacheinander</h3>Nach endgültigem Abschluss des Erbschaftsverfahrens will der WWF ein Nutzungskonzept für das Gelände erarbeiten. Bis dahin wurden auf dem Grundstück Überwachungskameras installiert. Sie dienen sowohl der Beobachtung von Flora und Fauna als auch dem Schutz des Anwesens vor Einbrüchen.<BR /><BR />Die Eheleute starben nur wenige Stunden nacheinander. Zuerst verstarb Maria Teresa, die in einem Sessel vor dem Kamin saß, aus dem Kohlenmonoxid ausgetreten war. Marco Steffenoni befand sich im ersten Stock; die Vergiftung führte bei ihm zu einem Herzstillstand, er brach zusammen und wurde später im Schlafzimmer gefunden. Über 20 Jahre lang hatten sich die Eheleute bewusst von der Außenwelt abgeschottet, liebten die Natur und unterstützten bereits zu Lebzeiten Umwelt- und Tierschutzorganisationen.<h3> Diebe und Urbex-Gruppen verschaffen sich Zutritt zur Villa</h3>Die abgelegene Villa zwischen den Hügeln von Montericco, an der Grenze zwischen Verona und Negrar di Valpolicella, zog nach dem Tod des Paares Urbex-Gruppen (Urban-Explorer-Gruppen) und Diebe an. Trotz der polizeilichen Versiegelung kam es zu mehreren Einbrüchen: Wertgegenstände von den Reisen des Ehepaars, Gemälde und Teile ihrer Luxusautos wurden gestohlen. Die Villa wurde sogar zu einem Treffpunkt für Urbex-Gruppen aus Städten wie Triest und Treviso.