<b><BR />Frau Meister, wie geht es Ihnen?</b><BR />Karin Meister: Nicht gut. Es hat unser ganzes Leben über Nacht verändert. Ich versuche, für die Kinder alles so gut wie möglich am Laufen zu halten. Andreas ist durch den Hirnschlag beeinträchtigt – in der Hirnaktivität, in der Motorik, in der Sprache. Er braucht rund um die Uhr Pflege, für alles. Aber Andreas reagiert auf Menschen, die er sieht, auf seine Familie, besonders auf unsere Tochter. Wenn wir ihn besuchen, freut er sich und lacht. Nicken oder den Kopf schütteln ist leider nicht möglich. Dank der Logopädie kann er jetzt Laute von sich geben. Wir glauben, dass er uns etwas mitteilen will, aber wir verstehen ihn nicht.<BR /><BR /><b>Wie sind die Prognosen für Andreas?</b><BR />Meister: Bis vor wenigen Wochen hatten wir noch Hoffnung, dass sich der Zustand meines Mannes noch verbessern könnte, dass er vielleicht doch wieder ein selbstständiges Leben führen könnte – irgendwann. Doch dann sagte uns der Arzt, dass sein Zustand wohl so bleiben wird. Ein 100-prozentiger Pflegefall. Die Therapiemöglichkeiten im Krankenhaus sind ausgeschöpft. Wir müssen einen Platz in einem Pflegeheim suchen. Das ist sehr schwierig. Wir warten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1101384_image" /></div> <BR /><BR /><b>Für alle um Sie herum war die Nachricht ein großer Schock. Die Solidarität war schnell groß. Ist das ein Trost?</b><BR />Meister: Absolut. Wir haben so viele Menschen an unserer Seite, die uns Kraft geben, gute Worte schicken. Andreas hat 15 Jahre beim Hersteller für Beschneiungsanlagen Technoalpin in Bozen gearbeitet. Man hat dort eine gute Gemeinschaft, viele Kolleginnen und Kollegen. <BR /><BR /><b>Ein Arbeitskollege von Andreas hat eine Spendenaktion über den Bäuerlichen Notstandsfonds ins Leben gerufen (Details dazu siehe unten).</b><BR />Meister: Für die Initiative von Hannes Untermarzoner sind wir sehr dankbar. Wegen der hohen Kosten für einen Langzeitpflegeplatz ist mir nichts anderes übrig geblieben, als diese Hilfe anzunehmen – wenn ich nicht will, dass die Kinder auch noch von daheim gehen müssen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67556937_quote" /><BR /><BR /><b>Wie groß sind Ihre Belastungen?</b><BR />Meister: Bis September bekommt Andreas noch 80 Prozent seines Gehalts. Sobald wir einen Heimplatz haben, muss der natürlich auch bezahlt werden. Wann das sein wird, weiß ich nicht. Aber wenn ich die Pflege parallel finanzieren muss, reicht das Geld nicht mehr für die Rückzahlung unseres Wohnungskredits. Ich habe einen Antrag auf Pflegegeld und Invalidenrente gestellt. Es kann aber noch einige Monate dauern, bis wir von den zuständigen Stellen eine Antwort bekommen. Wenn ich wüsste, dass die finanziellen Sorgen weniger werden, wenn ich den Kindern sagen könnte, dass wir in der Wohnung bleiben können – das wäre für sie ein Stück Normalität, die ich ihnen sonst nicht mehr bieten kann. <BR /><BR /><b>Wie sieht Ihr Alltag aus?</b><BR />Meister: Das würde den Rahmen sprengen. Meistens bekomme ich nicht mehr als 5 oder 6 Stunden Schlaf. Ansonsten arbeite ich oder kümmere mich um den Haushalt und die Kinder. Ich versuche, wo es geht, Geld zu verdienen. Meine Mutter hilft mir sehr, sonst wäre das alles nicht möglich. <BR /><BR /><b>Blicken wir ein wenig zurück: Alles begann mit einem Tumor, der eigentlich als gutartig galt?</b><BR />Meister: Im Sommer 2023 hat Andreas plötzlich nichts mehr gerochen. Er hat sich zunächst nichts dabei gedacht und ist nach ein paar Monaten – im Jänner dieses Jahres – zum HNO-Arzt gegangen. Der konnte nichts feststellen und hat ihm ein MRT des Kopfes empfohlen. Das hat dann gezeigt, dass hinter seinem Stirnlappen ein Tumor von der Größe eines Golfballs sitzt. Es hieß, der Tumor sei sehr gefährlich: Wenn er weiter gewachsen wäre, hätte er auf den Sehnerv oder ein Blutgefäß drücken können. Dann hätte Andreas erblinden oder sogar sterben können, hieß es. Also entschied er sich für eine Operation in Bozen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67556939_quote" /><BR /><BR /><b>Diese wurde dann im März durchgeführt.</b><BR />Meister: Schon bei der Operation gab es Komplikationen. Er hat sich davon erholt. Wir konnten ihn besuchen. Er hat gelacht und mit den Kindern Karten gespielt, er konnte sich ausdrücken und sogar eine E-Mail an seinen Arbeitgeber schicken. Wir dachten, er sei auf dem Weg der Besserung. Aber 10 Tage später hatte er nachts einen Hirnschlag und kam auf die Intensivstation. Dort war er wochenlang intubiert. <BR /><BR /><b>Aber auch davon schien er sich wieder zu erholen.</b><BR />Meister: Andreas hat dann wieder selbstständig geatmet. Die Ärzte konnten ihn auf die Neuro-Reha-Station verlegen – zuerst nach Bozen, dann nach Sterzing. Jetzt ist er in einer Klinik in Bozen, aber dort kann er nicht bleiben. Er braucht auf Dauer einen Pflegeplatz.<BR /><BR /><b>War Ihnen das Risiko bewusst, mit dem die Operation verknüpft war?<BR /></b>Meister: Wenn die Operation ohne Komplikationen verlaufen wäre, hätte Andreas nach einer Woche nach Hause gehen und nach einer weiteren Woche wieder arbeiten können. Andreas hatte mit 2 Wochen Urlaub gerechnet. Er wurde an einem Montag operiert, hat den Kindern noch gesagt, dass er am Freitag wiederkommt. Wir waren über die Risiken aufgeklärt – in der Einverständniserklärung zur Operation standen alle Risiken, bis hin zum Tod. Aber mit so etwas rechnet man natürlich nicht.<BR /><BR /><b>Hat man herausfinden können, warum es zu diesen Komplikationen gekommen ist?</b><BR />Meister: Nein, das kann niemand sagen. Blutungen können einfach passieren.<BR /><BR /><b>Gibt es Hoffnung auf Therapien außerhalb Südtirols?</b><BR />Meister: Ich habe gestern mit jemandem gesprochen, der einen Arzt in Österreich kennt, dem es offenbar gelungen ist, bei seinen Patienten eine Kommunikation über Augenbewegungen zu ermöglichen. Wir werden sicher nichts unversucht lassen.<h3> So können Sie helfen:</h3>Spenden können über die Spendenkonten des „Bäuerlichen Notstandsfonds EO“ unter dem Kennwort „Fam. A. Gutgsell„ eingezahlt werden. Die Spenden werden zur Tilgung des Darlehens, für Pflegekosten und Therapien verwendet.<BR /><BR />Die Spenden an den BNF können von Privatpersonen und von Betrieben in der Einkommenssteuererklärung abgesetzt werden.<BR />Hier die Spendenkonten:<BR /><BR />Kennwort: „Fam. A. Gutgsell“<BR /><BR /><b>Raiffeisen Landesbank IBAN IT30 D 03493 11600 000300011231<BR /><BR />Südtiroler Sparkasse IBAN IT67 D 06045 11600 000000034500<BR /><BR />Südtiroler Volksbank IBAN IT15 U 05856 11601 050570004004</b>