Der Hotelier meldete die Frau auch bei den Carabinieri und den Kollegen anderer Gastbetriebe – und ahnte nicht, dass sich die Prostituierte jahrelang an ihm, seiner Lebensgefährtin und seinen Töchtern dafür rächen würde. <h3> Verdächtig: Ständig Hotelfremde im Zimmer empfangen </h3>Im Jahr 2014 hatte ein Pusterer Hotelbetreiber (60) eine in Südtirol wohnhafte Frau (59) aus dem Latium aus seinem Gastbetrieb verwiesen. Die Frau soll damals ein Zimmer für mehrere Tage beim Pusterer gebucht haben. Dem Betreiber sollen dabei ständigen Besuche von hotelfremden Personen in ihrem Zimmer aufgefallen sein, heißt es in einem Bericht der Tageszeitung „Alto Adige“. <BR /><BR />Dann soll sich herausgestellt haben, dass es sich bei der Frau um eine Sexarbeiterin handelt, die offenbar im Hotelzimmer ihrer Arbeit nachging. Der Betreiber forderte sie daraufhin auf, das Hotel zu verlassen – und meldete die Frau auch den Behörden und den Kollegen anderer Gastbetriebe in der Gegend. <BR /><BR />Dadurch soll die Sexarbeiterin schwere Einbüßen ihres Geschäfts befürchtet und sofort damit angefangen haben, sich dafür zu rächen – und zwar nicht nur am Hotelier selbst, sondern an seiner ganzen Familie. <h3> Anfang 2020 eskaliert die Lage </h3>Selbst sechs Jahre nach dem Vorfall im Hotel soll die Frau aus der Region Latium ihre Opfer nicht in Ruhe gelassen haben – im Jahr 2020 erreichten die strafbaren Handlungen der Sexarbeiterin einen ersten Höhepunkt. <BR /><BR />Zwischen Jänner und Februar 2020 erhält die Partnerin des Hoteliers in ihrem Geschäft insgesamt 54 anonyme Anrufe – wenn sie abhebt, herrscht Schweigen am anderen Ende der Leitung. Im selben Zeitraum erhält die Partnerin des Geschädigten auch ein E-Mail, mit dem sie aufgefordert wird, den Hotelier zu verlassen und einen neuen Partner zu suchen. Signiert ist die Nachricht von eben der Sexarbeiterin, die Jahre zuvor aus dem Hotel verwiesen worden war. Parallel dazu erhält der Hotelier innerhalb von zwei Wochen 39 anonyme Anrufe, einige davon auch mitten in der Nacht. Wenn er die Anrufe beantwortet, spricht niemand am anderen Ende der Leitung. <BR /><BR />Im März desselben Jahres bekommt es die Partnerin des Hoteliers mit der Angst zu tun: Während sie in ihrem Geschäft arbeitet, sieht sie plötzlich die Sexarbeiterin vor dem Schaufenster stehen. Das Geschäft betritt sie nicht, die Betreiberin berichtet in der Folge, dass die Sexarbeiterin sie mit bedrohlicher Miene angeschaut und auch eine Drohgeste mit der Hand gebärdet habe. <h3> Fake-Profile des Hoteliers in sozialen Netzwerken </h3>Nach dem Vorfall schlug die Stalkerin auch im Netz zu: Sie legte sich ein Konto auf Facebook an, mit dem sie sich als ihr Opfer, den Pusterer Hotelier, ausgab. Dort veröffentlichte sie Bilder von sich selbst, sogar mit Baby im Arm, und gab an, die Partnerin des Hoteliers zu sein. Gleichzeitig startet sie einen YouTube-Kanal und stellt sich darin sogar als Ehefrau des Hoteliers vor. <BR /><BR />Um den Online-Auftritt glaubwürdiger zu gestalten, manipulierte die Frau auch Familienfotos ihres Opfers, unter anderem, indem sie Partnerin und Kinder des Hoteliers aus Bildern löschte und ein Foto von sich selbst einfügte.<h3> Nach Urteil geraten auch Töchter des Hoteliers ins Visier der Stalkerin </h3>Im November 2021 wird sie schließlich wegen Stalking verurteilt, doch das hält sie nicht davon ab, den Hotelier und seine Familie weiter zu belästigen. Sie verschickt ein Mail an die Adresse des Gastbetriebs ihres Opfers, in dem sie das Urteil des Gerichts in Frage stellt und behauptet, eine Liebesbeziehung mit ihrem Opfer geführt zu haben. <BR /><BR />Schließlich gerieten auch die minderjährigen Töchter des Hotelbetreibers ins Visier der Stalkerin: Wie aus dem Strafverfahren hervorging, wurde die Frau aus Latium mehrmals vor der Schule der beiden Minderjährigen beobachtet. Sie habe ich längere Zeit dort aufgehalten, ohne sich ihnen oder ihren Lehrern zu nähern. Gegen die Frau werden erst Annäherungsverbote verhängt, dann auch ein Aufenthaltsverbot für das Südtiroler Landesgebiet, doch auch das hält sie nicht davon ab, die Familie in Angst zu versetzen. <BR /><BR />Im Jahr 2023 wird sie erneut verurteilt, mit dem vorherigen Urteil muss sie insgesamt rund acht Jahre hinter Gittern sitzen – das Berufungsverfahren gegen das schwerste Urteil in Höhe von sechs Jahren ist noch anhängig. Derzeit sitzt die Frau im Gefängnis von Venedig.