<BR /><BR /><b>Herr Konder, ab Dienstag ist Bürgermeister Corrarati wieder in seinem Büro. Wie geht es dann weiter?</b><BR /><BR />Stephan Konder: Dann nehmen wir die Arbeiten wieder alle gemeinsam auf. Der Herbst steht bevor und es gibt einiges zu tun.<BR /><BR /><b>Corrarati hat angekündigt, dass er die Arbeit nach seinem Infarkt anders organisieren will, um das große Arbeitspensum zu bewältigen. Waren Sie diesbezüglich in Kontakt mit ihm?</b><BR /><BR />Konder: Ja, aber eine Neuorganisation war dabei kein Thema. Der Bürgermeister hat öffentlich erklärt, dass er seine Arbeit wieder motiviert und mit voller Kraft weiterführen will. Ich gehe davon aus, dass er seine Arbeit entsprechend seinen Möglichkeiten einteilen und so wie bisher weiterführen wird. Er wird entscheiden, wie er das am besten macht.<BR /><BR /><b>Eine Möglichkeit, die Arbeit neu zu organisieren, wäre die Verteilung von Kompetenzen an die Stadträte. Kommt das für die SVP in Frage?</b><BR /><BR />Konder: Sowohl ich als auch Johanna Ramoser sind als SVP-Stadträte mit unseren Kompetenzen gut beansprucht. Ob es bei der Verteilung der Kompetenzen Änderungen gibt, kann ich nicht beurteilen. Es obliegt dem Bürgermeister, ob es weitergeht wie bisher, oder ob er punktuelle Veränderungen vornehmen will, auch unabhängig von seinem Befinden.<BR /><BR /><b>Würde die SVP weitere Kompetenzen übernehmen?</b><BR /><BR />Konder: Für die SVP ist das kein Thema. Wir haben unsere Kompetenzen im Rahmen der Koalitionsverhandlungen definiert und bestimmt. Die Umsetzung gemäß den Vereinbarungen passt für uns. Mit den Kompetenzen, die wir haben, machen wir weiter bis zum Ende der Legislaturperiode. Wenn man an uns herantritt, weil man generelle Überlegungen macht, dann wird man sich damit auseinandersetzen. Aber sonst ist das für uns kein Thema. <BR /><BR /><b>Gab es seitens der SVP Gespräche mit Corrarati oder den anderen Mitte-rechts-Koalitionspartnern, um die Arbeit neu zu organisieren und den Bürgermeister zu entlasten?</b><BR /><BR />Konder: Nein. Seitens der SVP gab es dazu keine Gespräche. Ich werde mich mit dem Bürgermeister austauschen, sobald er aus dem Urlaub zurück ist.<BR /><BR /><b>Wie steht die SVP zu einem City Manager, der dem Bürgermeister direkt unterstellt wäre und ihn bei administrativen Aufgaben entlasten könnte?</b><BR /><BR />Konder: Unabhängig von dem, was mit dem Bürgermeister passiert ist, hat es in den vergangenen Amtszeiten ja bereits mehrere City Manager gegeben und in der Koalition wurde schon zu Beginn dieser Amtszeit darüber gesprochen. Ein paar Namen waren im Gespräch, das Thema war dann aber letztlich nicht mehr auf der Tagesordnung. Grundsätzlich würde ein City Manager durchaus Sinn machen. Natürlich ist es nicht einfach, diese Position passend zu besetzen, weil der Posten nur für die Dauer der Amtszeit vorgesehen ist und mit dem Ende der Amtszeit der Stadtregierung auslaufen würde. Im September wird es eine Klausurtagung des Stadtrates geben und dabei wird eine Entscheidung getroffen werden müssen, ob ein City Manager für die Stadt Bozen in dieser Amtszeit Sinn weiterhin machen würde, oder nicht. Wenn man sich dafür entscheidet, sollte eine Headhunter-Agentur die Suche übernehmen, denn man muss sehr vorsichtig vorgehen, um keine Namen vorab zu verbrennen. Eine Suche, die eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, müsste sehr diskret erfolgen. Dabei stellt sich die Frage, ob man die geeignete Person überhaupt findet. Ist das der Fall, dann muss sich diese Person erst mit den neuen Aufgaben und den Strukturen vertraut machen. Natürlich könnten sich Personen bewerben, die bereits in der Stadtverwaltung arbeiten, aber es könnten auch Externe sein, die sich dann eben erst einarbeiten müssten. Allerdings macht es wenig Sinn, einen City Manager nach der Hälfte der Amtszeit einzusetzen. Aber die Entscheidung muss bald getroffen werden: Will man einen City Manager, oder nicht? Das wird, wie gesagt, in der Klausur ein Thema sein. Was die SVP vermeiden möchte, ist, dass dann immer wieder über den City Manager weiterdiskutiert wird. Die Koalition muss eine Entscheidung treffen: City Manager – ja oder nein. Danach muss diesbezüglich Ruhe herrschen.