Donnerstag, 25. Juli 2019

Nach Kleinkindtod: Gefahr Flüssigkeitsmangel

Nach dem Tod eines Kleinkindes in Graz weisen Kinderärzte auf die Gefahren von Flüssigkeitsmangel hin. Bei Säuglingen und Kleinkinder kann der Verlust von Flüssigkeit sehr schnell lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

Bei den hohen Temperaturen können Autos sehr schnell zur lebensgefährlichen Falle werden. Experten warnen außerdem vor Flüssigkeitsmangel.
Bei den hohen Temperaturen können Autos sehr schnell zur lebensgefährlichen Falle werden. Experten warnen außerdem vor Flüssigkeitsmangel. - Foto: © shutterstock

Der tragische Tod des Kleinkindes in der Steiermark, das in einem überhitzten Auto eingeschlafen war, veranlasste den Kinderarzt der Grazer Kinderklinik, Siegfried Gallistl, dazu, noch einmal auf die Gefahren von Flüssigkeitsmangel hinzuweisen.

„Für Säuglinge und Kleinkinder kann ein Flüssigkeitsmangel durch Überhitzung sowie erhöhtem Flüssigkeitsverlust gefährlich werden und je nach Ausmaß zu leichten über schwere Störungen bis hin zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen“, erklärt Gallistl gegenüber APA.

Letzteres komme jedoch sehr selten vor. „Wichtig ist jedenfalls, das Erwachsene Kinder und insbesondere Kleinkinder und Säuglinge immer wieder zur Flüssigkeitsaufnahme aktiv auffordern, weil die Kleinen das Durstgefühl noch nicht so gut erkennen“, wie der Grazer Pädiater schilderte.

Überhitzte Autos können zur Todesfalle werden

Wie mehrere Fälle zeigen, kann der Aufenthalt in einem Fahrzeug ab 40 Grad Innentemperatur gefährlich werden. Für Babys und Kleinkinder, aber auch für Tiere können bereits wenige Minuten im heißen, geschlossenen Auto lebensbedrohlich sein, warnt beispielsweise der ÖAMTC auf seiner Homepage.

Schon 26 Grad Außentemperatur reichen, um das Auto zu einer Todesfalle zu machen. Innerhalb weniger Minuten klettern die Temperaturen im Fahrzeuginneren auf 40 Grad.

Auch für Erwachsene: Wasser griffbereit haben

Erwachsenen Personen rät Gallistl zu zwei Liter Wasser. „Bei hohem Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen fährt der Körper die Herzfrequenz hinauf, um den Kreislauf zu stabilisieren, die Atmung wird schneller und es tritt Müdigkeit, Schwindel oder Lethargie auf“, erklärte Gallistl. Durch Flüssigkeitszufuhr – Wasser oder beispielsweise Apfelsaft in 1:1- Verdünnung – sollte sich der Zustand bald bessern, bei ausbleibender Besserung sei ein Arzt aufzusuchen bzw. ein Notarzt anzufordern, um lebensbedrohliche Situationen abzukehren.

Grundsätzlich gelte: Eltern brauchen an sehr heißen Tagen nicht in Panik zu verfallen und Angst zu haben. „Aber sie sollten für ihre Kinder immer ein Wasser mithaben“, so Gallistl.

apa/stol

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