Dienstag, 12. Oktober 2021

Nach Krawallen in Rom: Website von Forza Nuova geschlossen

Im Rahmen der Ermittlungen gegen Rechtsextremisten, die für Krawalle bei einer Demonstration gegen die 3G-Pflicht in Italien verantwortlich gemacht werden, ist die Website der neofaschistischen Partei Forza Nuova geschlossen worden. Auf der Internetseite war eine Presseaussendung veröffentlicht worden, in der behauptet wurde, dass „das Volk seinen Kopf erhoben hat“ und dass „die Auseinandersetzungen nicht aufhören werden“. Der Verdacht lautet auf Anstiftung zu Straftaten.

Im Internet ist die neofaschistische Bewegung Forza Nuova einstweilen nicht mehr präsent: Die Seite ist gesperrt.
Im Internet ist die neofaschistische Bewegung Forza Nuova einstweilen nicht mehr präsent: Die Seite ist gesperrt. - Foto: © ANSA / stf
2 Justizermittlungen laufen zu den Zusammenstößen im Herzen der Hauptstadt am Samstag. Dabei wurde der Sitz des stärksten italienischen Gewerkschaftsverbands CGIL in Rom angegriffen. 12 Rechtsextremisten wurden festgenommen, 38 Ordnungskräfte wurden verletzt. Ermittlungen laufen zur Identifizierung eines Polizisten, der einen Demonstranten zu Boden schlug.



Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rom stachelten die Aktivisten der 1997 gegründeten Forza Nuova „zur Begehung von Gewaltverbrechen“ an. Sie hatten weitere Protestaktionen auf den Straßen angekündigt.

Vorwurf: Anstiftung zu Verbrechen

Die Ermittlungen laufen gegen den Gründer von Forza Nuova, Roberto Fiore, und gegen seine „rechte Hand“, Giuliano Castellino. Ihnen wird Anstiftung zu Verbrechen, Verwüstung und Plünderungen vorgeworfen. Sie werden außerdem beschuldigt, den Angriff auf den Gewerkschaftssitz angeführt und koordiniert zu haben.



Die Ermittlungen werden von einer Gruppe von Staatsanwälten geführt, die auf Verbrechen gegen den Staat spezialisiert sind. Die Ermittler versuchen, weitere gewalttätige Demonstranten zu identifizieren. Einige rechtsextreme Aktivisten wollten die Polizeisperren durchbrechen und bis zum Sitz des Parlaments vordringen.

Zu den Unruhen kam es bei einer Demonstration gegen die am kommenden Freitag geplante Einführung der Pflicht für Arbeitnehmer, am Arbeitsplatz den Grünen Pass vorzuweisen. Die Organisatoren der Protestkundgebung beklagten, dass die friedliche Kundgebung mit Zehntausenden Menschen aus ganz Italien von Rechtsextremisten unterwandert worden sei.

Linke Parteien haben der Regierung und dem Parlament in Rom eine Petition zur Auflösung der Forza Nuova übergeben. Die Petition wurde vom CGIL initiiert und wird von mehreren Linksparteien unterstützt. Seit ihrer Gründung wurde die Forza Nuova wiederholt beschuldigt, Gewalt gegen Einwanderer und die Polizei anzuwenden. Zusammen mit der Casa Pound ist sie die stärkste neofaschistische Organisation in Italien.

apa/stol