von Karl Tschurtschenthaler<BR /><BR />„Der Vorfall tut mir sehr leid. Ich fühle mit den Verletzten und wünsche allen eine rasche und vor allem vollständige Genesung“, sagt sie.<BR /><BR />Die Mutterkuh und ihr Kalb wurden unmittelbar nach dem Vorfall in den Stall des Bauernhofes gebracht <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/kuhattacke-im-antholzer-tal-drei-verletzte" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(wir haben berichtet)</a>. Dort bleiben sie bis auf Weiteres. „Das ist aber keine Dauerlösung, denn gerade im Sommer gehören die Tiere hinaus auf die Weide“, sagt die Antholzer Bäuerin. „Hinaus zu den Jungrindern und den übrigen trächtigen Mutterkühen, die im Laufe des Sommers noch kalben werden.“<BR /><BR />Wie es zu der Attacke kommen konnte, kann sie nicht sagen. Nach den Schilderungen von Beteiligten und den bisherigen Informationen aus der Zeitung vermutet sie, dass die Mutterkuh deshalb so sensibel reagierte, weil sie erst frisch gekalbt hatte. „Das Kalb ist zehn Tage alt. Möglicherweise hat sich die Kuh deshalb von den Wanderern und dem mitgeführten Hund bedroht gefühlt und hat ihr Neugeborenes instinktiv verteidigt“, mutmaßt die Bäuerin.<BR /><BR />Wanderer seien immer öfter mit Hunden unterwegs. Nach ihrer Einschätzung hätten inzwischen 70 bis 80 Prozent der Wanderer einen Hund dabei. Dennoch habe es auf den Weiden bislang kaum Zwischenfälle gegeben. Hinzu komme, dass Wanderer den Kühen und Kälbern mitunter sehr nahe kämen, um Fotos oder Selfies zu machen. „Das habe ich auch schon auf dieser Weide beobachtet“, berichtet die Bäuerin und appelliert deshalb eindringlich an Wanderer, ausreichend Abstand zu Mutterkühen und Kälbern zu halten. Mit Hunden müsse ein besonders großer Bogen um die Tiere gemacht werden. Zudem müssten Feriengäste noch besser über das richtige Verhalten aufgeklärt werden, wenn sie Wiesen und Almen mit Vieh durchqueren. Mit nervösen Hunden sollten Weiden mit Mutterkuhhaltung möglichst gar nicht betreten werden. <BR /><BR />Für den äußersten Notfall nennt die Bäuerin auch einen Selbstschutz-Tipp: Sollte eine Kuh angreifen, könne ein gezielter Schlag mit einem Wanderstock auf die Nase das Tier abschrecken. „So weit sollte es aber erst gar nicht kommen“, sagt sie. Entscheidend sei, gefährliche Situationen durch genügend Abstand und umsichtiges Verhalten von vornherein zu vermeiden.<h3> Lokalaugenschein am Mittwoch auf der Weide</h3>Die Weide, auf der sich die Kuhattacke ereignete, gehört der Fraktion Obertal. Präsident Georg Berger bedauert den Vorfall und wünscht den Verletzten gute Besserung. Man habe an den Gattern Schilder angebracht, die auf das Weidevieh und das richtige Verhalten hinweisen. Über den Tourismusverein seien diese Infos auch an die Beherbergungsbetriebe ergangen. Heute findet auf der Weide ein Lokalaugenschein statt, bei dem Maßnahmen zum besseren Schutz von Mensch und Tier besprochen werden.