Vorangegangen waren der Einigung lange Verhandlungen von Landesrat Philipp Achammer und Unterberger mit Ministerin Anna Maria Bernini. Bereits bei ihrer Gründung 1997 war nämlich klar, dass in Bozen eine dreisprachige Universität mit internationaler Ausrichtung entstehen soll. <BR /><BR />Für die Bestellung der Professoren richtet sich die Uni Bozen nach den Vorgaben des römischen Ministeriums. Im Rahmen der Sonderregelung wurde ihr aber zugestanden, bis zu 70 Prozent des Lehrkörpers direkt aus dem Ausland zu berufen.<h3> Deutschsprachiges Lehrpersonal fehlt</h3>So weit die Theorie: „In der Praxis war die Berufung von Wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Ausland jedoch so gut wie unmöglich“, sagt Achammer. Die Sonderregelung erlaubt zwar die direkten Berufungen, aber nur, wenn sie an ausländischen Universitäten bereits Positionen bekleiden, die italienischen Professuren entsprechen. Im Klartext: Sie müssen im Ausland bereits einen Lehrstuhl innehaben. Wer im Ausland aber bereits Uni-Professor ist, ist verbeamtet, hat eine gute Pensionsregelung und wechselt nicht.<BR /><BR /> Die Folge ist ein Mangel an deutschsprachigem Lehrpersonal. „Das deutschsprachige Studienangebot wird zunehmend von Gastvorlesungen oder von Professoren und Professorinnen im Ruhestand getragen“, sagt Unterberger. Selbst an der Bildungsfakultät Brixen ist die Hälfte des Lehrkörpers italienisch besetzt, obwohl 70 Prozent der Studenten deutschsprachig sind und in Zukunft italienische Studenten wegbleiben dürften, weil das Trentino ein eigenes Angebot angekündigt hat.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71873316_quote" /><BR /><BR />Mit dem gestern in der Gesetzgebungskommission angenommenen Abänderungsantrag ist ein Durchbruch gelungen. „Zehn Prozent des gesamten Lehrkörpers kann aus Wissenschaftlern ernannt werden, die an Universitäten im deutschsprachigen Raum eine Lehrbefähigung erworben haben, aber noch keine Professur bekleiden“, so Unterberger. In Zahlen: 17 von 179 Professoren. <BR /><BR />„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung mit Aussicht, die Zahl noch aufzustocken“, so Unterberger. Das Gesetz müsse noch durchs Plenum und die Kammer. Was mit der Regierung vereinbart ist, werde aber nicht mehr geändert.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71873317_quote" /><BR /><BR />„Damit ist der Weg frei, auch junge, hungrige Wissenschafter aus dem deutschen Raum nach Bozen zu holen, für die das ein Karrieresprung zu einer Professur ist und die dann auch hier bleiben“, so Achammer. Dies sei keine ethnische Frage. „Es geht um ein Gleichgewicht aufgrund der Verpflichtung zur Dreisprachigkeit“, so Achammer. <BR /><BR />Dieses einzuhalten, ist aufgrund der fehlenden Durchlässigkeit zum deutschsprachigen akademischen Raum schwierig. „Für die Uni Bozen ist dies mittelfristig aber eine Frage des Überlebens“, so Achammer. Die Ministerin habe bei verschiedenen Treffen Verständnis gezeigt, dass es eine Ausnahmeregelung für die Uni Bozen brauche.