Die Bilder des Lawinenabgangs (siehe Video) sind beeindruckend und angsteinflößend zugleich: Gegen 14.15 Uhr am Donnerstagnachmittag lösten sich die Schneemassen oberhalb der kleinen Ortschaft Pill im Passeiertal und rauschten zu Tal bis auf die Piller Straße (Stol hat berichtet)."Weitere Lawinen in Lauerstellung"Drei Höfe wurden umgehend evakuiert. Die Räumung drei weiterer Höfe folgte nach einem Erkundungsflug am Donnerstagabend. Denn: "Wir haben bemerkt, dass weitere Lawinen bereits in Lauerstellung sind", berichtet Wilhelm Klotz, der Bürgermeister von Moos in Passeier, im Gespräch mit Stol am Freitagvormittag. Die Bewohner seien bei Verwandten oder in einer Pension untergekommen.Hof-Bewohner und Gäste eingeschlossenDoch einige andere Personen, jene, deren Höfe höher gelegen sind, seien vor Ort geblieben – obwohl sie von den Schneemassen eingeschlossen worden waren: Die Piller Straße, die normalerweise die vier betroffenen Höfe ans Dorf anbindet, wurde von der Lawine komplett blockiert. Laut Bürgermeister Klotz befinden sich derzeit schätzungsweise 14 Hof-Bewohner plus einige Gäste in den vier eingeschlossenen Höfen. "Die Bauten befinden sich nicht in der unmittelbaren Gefahrenzone", erklärt Klotz. "Und jene Bewohner, die wir kontaktiert haben, meinten, sie fühlten sich in ihrem Heim relativ sicher und lehnten eine Evakuierung ab."Die Höfe zu verlassen, das sei für die betroffenen Bauern nicht so einfach: "Wenn das Vieh im Stall an den Ketten hängt, kann ich nicht einfach sagen: 'Ich gehe jetzt'."Hubschrauber soll Versorgung gewährleistenDie Versorgung der Höfe mit Nahrungsmitteln und den nötigsten Dinge wolle man nun über einen Hubschrauber gewährleisten. "Heute allerdings hängt der Nebel tief und wir können nicht starten", meint der Bürgermeister am späten Vormittag. "Wir warten noch ein bisschen ab, vielleicht lichtet sich der Nebel am Nachmittag. Wenn nicht, müssen wir uns etwas anderes überlegen."Den eingeschlossenen Menschen gehe es aber durchaus gut. "Das passt schon", versichert der Bürgermeister.Wie am Nachmittag bekannt wurde, konnten die eingeschlossenen Personen durch ein kurzes Zeitfenster gegen Mittag per Hubschrauberflug mit Lebensmitteln versorgt werden. Im Zuge dessen wurden auch einige Gäste samt Gepäck ausgeflogen.pg